Jumbojet

Der Jumbojet tritt dieses Jahr von der Bühne der Flugindustrie ab. Kein Passagierflugzeug hat den Luftverkehr so revolutioniert wie die Boeing 747! Ich erinnere mich noch gut an ihre Geburt im Jahr 1969. Der Riese kam im Boeing-Werk in der Nähe von Seattle zur Welt. Ein Berufskollege meinte damals lakonisch: «Wenn so ein Vogel einmal mit 480 Menschen vollbeladen abstürzt, haben wir eine Woche klassische Musik auf Radio Beromünster.»
Die siebziger Jahren waren die Jahre der Fliegerei. Flugkapitän zu werden war das höchste Berufsziel vieler junger Männer. Einen solchen zu heiraten der Traum vieler jungen Frauen. Viele Piloten der Swissair waren auch in den Flugstaffeln unserer Armee eingeteilt. Sie wurden auch dort als die grossen Männer gewürdigt und bewundert.
Die Welt war, nach dem zweiten Weltkrieg im Aufschwung. Die Wirtschaft brummte. Es gab viele gutbezahlte Arbeitsstellen. Mit der Zeit wusste jedermann, was Wohlstand ist. Der Luxus begann sich zu entwickeln. Dazu gehörte eine Flugreise. Ich hatte das Privileg beruflich oft nach Düsseldorf, Amsterdam oder Helsinki zu fliegen. Es waren zwar kurze Flugreisen, welche höchstens anderthalb Stunden dauerten. Trotzdem war es jedes Mal ein Erlebnis. Beim Betreten der Kabine kam schon der Flair der grossen weiten Welt dem Passagier entgegen. Die Begrüssung durch den Kapitän persönlich. Die Betreuung durch die Stewardessen, so hiessen damals die Flugbegleiterinnen. Das gute Frühstück. Frische Brötchen, Butter, Käse, Marmelade und Wurst. Zum Trinken zuerst einen Orangensaft, danach Kaffee oder Tee. Auf jeden Fall besser als zu Hause. So wurde jede Flugreise zu einem Erlebnis und blieb in bester Erinnerung.
Unsere Unternehmung wuchs. Nahm an Bedeutung zu. Wurde International. Und damit erweiterten sich die Geschäftsreisen. Eine Douglas DC8 brachte mich zum ersten Mal nach New York. Nonstop. Acht Stunden im Flugzeug. Um 12 Uhr in Kloten gestartet und um 14:30 Ortszeit gelandet. Mitten am Tag in Big Apple. Das waren Höhepunkte im Berufsleben.

Dann der Quantensprung, die Geburt des Jumbojets. Die erste Version für die Swissair startete am 20. März 1971 zum Jungfernflug als SR 100 nach New York. Sie transportierte dreimal so viele Passagiere wie die treue DC 8. Über den Atlantik zu fliegen war immer ein besonderes Gefühl. Ein Flug mit der Boeing 747 schlug alle Rekorde. Den Passagieren wurde ein völlig neues Raumgefühl geboten. Eine Wendeltreppe führte in das Oberdeck. Dort, im Buckel des Flugzeugs befand sich das Cockpit und eine regelrechte Bar. Eine Bar wie im Hilton mit Klavierspieler und Barkeeper. Der Flug wurde zu einer Party. Der verrückteste Optimist hätte sich das in den Anfangsjahren der Fliegerei, nicht vorstellen können. Vierhundert Menschen die auf einmal durch die Luft transportiert wurden. Was für ein Unterschied zur Zeit von Fokker, Dornier und Lockheed. Der Jumbo ist der Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrt. Immer mehr Menschen konnten sich eine Flugreise leisten.
Das Reisen wurde billiger. Der Massentourismus begann sich zu entwickeln.
Mit ihm wurde der Nimbus des Besonderen zu Grabe getragen. Die Piloten waren jetzt Angestellte wie Prokuristen in einer grossen Firma. Der Luxus der Fliegerei war verblasen. Die Konkurrenz hatte sich gründlich etabliert. Es ging nur noch um den schnellst möglichsten Transport von A nach B. Oft erwiess es sich als wirtschaftlicher die Eisenbahn zu benutzen. Der TGV und ähnliche schnelle Fernzüge schmeckten den Braten und knöpften den Fliegern viele Kunden ab. Vorbei der Glanz. Vorbei die Glorie. Pickelhartes Business herrschte.
In diesem Jahr 2022 wurde die Produktion von Boeing 747 eingestellt. Insgesamt waren über 1’500 Exemplare von Boing in den letzten 50 Jahren hergestellt worden.

Die Geschichte des Jumbos ist ein Beispiel wie sich ein Luxusprodukt in ein Alltagsgegenstand mutiert. Vom Rolls-Royce zum VW-Käfer.
Die Welt verändert sich dauernd. Mit dem Aufkommen des Fax-Gerätes wurden viele Geschäftsreisen, die zur Ausarbeitung eines grossen Vertrages nötig waren, hinfällig. Viele frühere Besprechungen welche an den Geschäftssitzen im Ausland nötig waren die es brauchte um das Dokument zu erarbeiten, wurden durch Fernkopien ersetzt. Die Entwürfe wurden hin und her fernkopiert, bis der fertige Vertrag vorlag. Zur Unterschrift kam man per Geschäftsflug ein einziges Mal zusammen. Heute ist der Fax auch schon wieder out. Im Zeitalter des Skype und des Homeoffice werden viele physische Zusammenkünfte, Besprechungen und Sitzungen vor dem Bildschirm abgewickelt. Die Elektronik ersetzt den Personentransport. Ein klassische Fall von Strukturwandel. Strukturwandel wie er ihn schon immer gegeben hat.

Neulich ist mir ein Bericht aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts untergelaufen. Vor 150 Jahren wurde der Droschkenverkehr in New York beschrieben. Man könnte denken, die Heu- und Haferfresser wären der ökologische Himmel auf Erden. Nahezu kein Abgas. Kein Kohlendioxidproblem. Saubere Luft. Man kann nicht besser träumen. Weit gefehlt. Der Bestand an Pferden belief sich auf mehr als 120’000! Über 130 Tonnen Pferdemist mussten täglich entsorgt werden. Wohin damit? So viel Rosendünger konnte kein Garten verkraften. Ganz zu schweigen vom Pferdeurin. Tausende von Litern fielen täglich an. Eine verheerende Verschmutzung und ein höllischer Gestank. Die Strassen waren glitschig. Mensch und Tier stürzten oft und wurden verletzt. Tote Pferde schufen ein grosses Problem. Jährlich mussten 15’000 Kadaver weggeschafft werden. Die Polizei vermeldete jährlich 700 Tote und 5’000 Verletzte von Unfällen mit Pferdefuhrwerken. Das Parkieren der Pferdefuhrwerken brauchte sehr viel Platz. Es kam zu Staus in den Hauptstrassen. Der Verkehr kam zum Stehen. Des Weiteren brauchte es Ställe für Tiere und Remisen für die Fuhrwerke und das Futter. Auch wenn die Pferde nicht gebraucht wurden, mussten sie gefüttert und gepflegt werden. Kosten und die Probleme des Pferdeverkehrs waren enorm. Da kam die Erfindung und das Aufkommen des Autos als unschätzbarer Fortschritt. Das Auto brachte Heil und Gedeihen für die Städte und für die Bürger. Die Erfindung des neuen Personentransports wurde mit Begeisterung begrüsst.
Wie diese Begeisterung von Unbehagen abgelöst wurde, wissen wir heute. Verpestete Luft, verstopfte Strassen, hohes Verkehrsaufkommen. Eine Gefahr für Leib und Leben. Strukturwandel kommt fasst nie ohne Sorgen und Mühsal daher. Es sind turbulente Vorgänge die Existenzängste auslösen, Ungewissheiten verbreiten. An Ende aber kommt wieder eine neue Zeit. Eine Zeit des Wohlstands und des Friedens.

Das gibt Zuversicht.

 

 

 

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Jumbo-Jet

Cette année, le jumbo-jet délaisse la scène de l’industrie aéronautique. Aucun avion de ligne n’a autant révolutionné le transport aérien que le Boeing 747! Je me souviens encore très bien de sa naissance en 1969. Ce géant a vu le jour dans l’usine Boeing près de Seattle. A l’époque, un collègue de travail m’avait laconiquement dit: „Si un tel oiseau s’écrase un jour avec 480 personnes à bord, nous aurons droit à une semaine de musique classique sur Radio Beromünster.”

Les années soixante-dix étaient les années de l’aviation. Devenir commandant de bord était le pinacle professionnel de nombreux jeunes hommes. Et en épouser un était devenu le rêve de beaucoup de jeunes femmes. De nombreux pilotes de Swissair étaient également incorporés dans les escadrilles de vol de notre armée. Là aussi, ils étaient considérés comme étant illustres et de ce fait admirés.
Après la Seconde Guerre mondiale, le monde était en plein essor. L’économie ronronnait. Il y avait beaucoup d’emplois bien rémunérés. Avec le temps, tout le monde avait l’expérience de ce qu’était la prospérité. Le luxe commençait à se développer. Et un voyage en avion en faisait partie. J’avais le privilège de me rendre souvent à Düsseldorf, Amsterdam ou Helsinki pour des raisons professionnelles. Il s’agissait certes de courts voyages en avion, qui duraient tout au plus une heure et demie. Mais c’était à chaque fois une expérience inoubliable. En pénétrant dans la cabine, le passager était déjà imprégné de l’ambiance du vaste monde. L’accueil par le capitaine en personne. L’encadrement par les hôtesses de l’air, c’est ainsi qu’on les appelait à l’époque. Le bon petit déjeuner. Des petits pains frais, du beurre, du fromage, de la confiture et de la charcuterie. Pour boire, d’abord un jus d’orange, puis du café ou du thé. En tout cas, mieux qu’à la maison. Chaque voyage en avion devenait ainsi une aventure et restait un excellent souvenir.

Notre entreprise se développait. Elle prenait de l’importance. Elle devenait internationale. Et les voyages d’affaires se sont donc ainsi multipliés. Un Douglas DC-8 m’avait emmené pour la première fois à New York. Sans escale. Huit heures d’avion. Décollé de Kloten à 12 heures et atterri à 14h30, heure locale. En plein jour dans Big Apple. C’étaient des moments forts de la vie professionnelle.
Puis vint le saut quantique, la naissance du jumbo-jet. La première version destinée à Swissair a décollé le 20 mars 1971 pour son vol inaugural à destination de New York sous le nom de SR 100. Il transportait trois fois plus de passagers que le fidèle DC-8. Voler au-dessus de l’Atlantique était toujours une sensation particulière. Un vol en Boeing 747 battait tous les records. Les passagers se voyaient offrir une toute nouvelle sensation d’espace. Un escalier en colimaçon menait au pont supérieur. Là, dans la bosse de l’avion, se trouvaient le cockpit et un véritable bar. Un bar digne d’un Hilton, avec un pianiste et un barman. Le vol s’était transformé en fête. L’optimiste le plus fou n’aurait pas pu l’imaginer lors des premières années de l’aviation. Quatre cents personnes transportées en une seule fois dans les airs. Quelle différence avec l’époque de Fokker, Dornier et Lockheed. Le Jumbo marqua un tournant dans l’histoire de l’aviation.
Au fil des années, de plus en plus de gens pouvaient se payer un voyage en avion. Les voyages devinrent plus abordables. Le tourisme de masse commençait à se développer. Avec lui, l’aura de l’exceptionnel fut définitivement enterrée. Les pilotes étaient désormais des employés, comme des fondés de pouvoir dans une grande entreprise. Le luxe de l’aviation s’était défraichi. La concurrence s’était établie en profondeur. Il ne s’agissait plus que de se rendre le plus rapidement possible d’un point A à un point B. Souvent, il s’avérait plus économique d’utiliser le train. Le TGV et d’autres trains grandes lignes aussi rapides ont fait des ravages et ont privé les aviateurs de nombreux clients. Fini le lustre. Finie la gloire. Un business dur comme fer régnait.

En 2022, la production du Boeing 747 a été terminée. Au cours des 50 années écoulées, Boeing avait produit au total plus de 1’500 exemplaires. L’histoire du Jumbo est un exemple de la manière dont un produit de luxe se transforme en un objet quotidien. De la Rolls-Royce à la VW coccinelle.
Le monde se métamorphose constamment. Avec l’arrivée du fax, de nombreux voyages d’affaires nécessaires à l’élaboration d’un gros contrat devinrent obsolètes. De nombreuses réunions antérieures, nécessaires aux sièges sociaux à l’étranger pour élaborer les documents, furent remplacées par des copies à distance. Les projets étaient télécopiés dans tous les sens jusqu’à l’obtention du contrat final. Pour la signature, on ne se réunissait qu’une seule fois, par avion d’affaires. Aujourd’hui, le fax lui aussi est déjà caduque. A l’ère de Skype et du home office, de nombreuses réunions physiques, entretiens et séances se déroulent devant l’écran. L’électronique remplace le transport de personnes. Un cas classique de changement structurel. Un changement structurel tel qu’il a toujours existé.

L’autre jour, je suis tombé sur un rapport datant du dernier quart du 19e siècle. Il y a 150 ans, on y décrivait la circulation des fiacres à New York. On pourrait penser que les mangeurs de foin et d’avoine sont le paradis écologique sur terre. Presque pas de gaz d’échappement. Pas de problème de dioxyde de carbone. De l’air pur. On ne peut pas rêver mieux. Loin de là. Le nombre de chevaux s’élevait à plus de 120 000! Plus de 130 tonnes de fumier de cheval devaient être évacuées chaque jour. Qu’en faire? Aucun jardin ne pouvait supporter une telle quantité d’engrais à rosiers. Sans parler de l’urine de cheval. Des milliers de litres étaient produits chaque jour. Une pollution dévastatrice et une odeur infernale. Les routes étaient glissantes. Les hommes et les animaux tombaient souvent et se blessaient. Les chevaux morts créaient un gros problème. Chaque année, 15 000 cadavres devaient être enlevés. La police faisait état de 700 morts et de 5’000 blessés par an dans des accidents impliquant des véhicules hippomobiles. Le stationnement des véhicules hippomobiles nécessitait beaucoup de place. Des embouteillages se formaient dans les rues principales. La circulation était bloquée. De plus, il fallait des écuries pour les animaux et des remises pour les voitures et le fourrage. Même lorsque les chevaux n’étaient pas utilisés, ils devaient être nourris et soignés. Les coûts et les problèmes liés à la circulation des chevaux étaient énormes.

C’est alors que l’invention et l’apparition de la voiture automobile sont apparues comme un progrès inestimable. La voiture apportait un semblant de salut et prospérité aux villes et aux citoyens. L’invention de ce nouveau mode de transport de personnes fut accueillie avec enthousiasme.
Nous savons aujourd’hui comment cet enthousiasme a été remplacé par un malaise. Air pollué, routes encombrées, trafic intense. Un danger pour la vie et l’intégrité physique.
Les changements structurels ne se font presque jamais sans soucis ni difficultés. Ce sont des processus turbulents qui déclenchent des angoisses existentielles, qui répandent des incertitudes. Mais à la fin, une nouvelle ère s’ouvre. Une période de prospérité et de paix.

Cela donne de la confiance.

 

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