Stephanie

In Leuk sass Grand’maman in ihren Louis XVI-Sessel beim Café noir. Auf dem ovalen Tischchen dampfte neben einer Schale Würfelzucker eine Tasse Kaffee. «Kaffee muss süss sein wie die Liebe, heiss wie die Hölle und schwarz wie die Nacht». Das war die Definition ihres Café noir. Dazu gehörte ein Canard. Die elegante Art, wie die Dame von Welt Brandwein zu sich nimmt. Ein Würfelzucker wird mit dem Feuerwasser getränkt und anschliessend auf der Zunge genussvoll zerlassen. Einfach köstlich. Dazu zierten ein kleines Schnapsglas und eine Flasche Marc aus Onkel Ferdis Keller das Stillleben. Ein Päckchen «Laurent vert», die halbrunde elegante Damenzigarette aus Ägypten, vervollständigte die Installation. Die Sonne stand schon tief. Ihre Strahlen brachten die Gläser auf dem Tisch zum Glitzern. Diese Ruhepause nach den Arbeiten des Vormittags, Kaffee, Schnaps und Zigarette liess sich meine Grossmutter nie entgehen. Es war ein Ritual, das zu ihrem Leben gehörte, wie das Zähneputzen am Morgen oder das Nachtgebet am Abend. Diese «kreative Pause» wie Grand’maman diese Gewohnheit nannte, liess sie nie aus. Täglich, ob Werktag oder Sonntag, wurde diesem Kult gehuldigt. In der Hand hielt sie einen Brief ihres Schwiegersohns Marcel aus Neuenburg. Regelmässig wurden auf diesem Weg die Familiennachrichten ausgetauscht und die Altersvorsorge geregelt. Neben dem Kaffeegeschirr lagen zwei Hundertfrankenbanknoten auf dem Tisch. Sie waren dem Schreiben beigefügt. Die Kinder, meine Onkel und Tanten, hatten vereinbart, auf diese unkomplizierte Art den Haushalt in Leuk über Wasser zu halten.

In Neuenburg stand Onkel Marcel im Labor seiner Apotheke. Er war dabei, eine stark verdünnte Lösung für homöopathische Verwendung herzustellen. Messkolben und Pipetten lagen bereit. Sorgfältig wurde die Arbeit ausgeführt. Mehr als die Hälfte des Tages verbrachte er hier, im Arzneimittelgeschäft, welches sein Vater im letzten Jahrhundert gegründet hatte. Er liebte seinen Beruf, er betreute mit Fürsorge seine Kunden. Die Pharmacie de l’Orangerie war eine Institution in der Stadt. Es war das Geschäft, wo die Nachbehandlung der ärztlichen Kunst ihre Fortsetzung fand. Neben den auf Rezepten verschriebenen Arzneien  standen den Kunden viele Produkte aus dem eigenen Betrieb zum Verkauf. Pillen, Salben, Tabletten und Tinkturen der Pflanzenheilkunde und der Homöopathie, von Marcel persönlich hergestellt, fanden reges Interesse. Die Patienten fanden nicht nur die notwendige Medizin für die Heilung ihrer Gebrechen. Sie wurden kompetent beraten. Für jeden hatte er ein aufmunterndes Wort, erteilte er Ratschläge, tauschte er mit höchster Diskretion Nachrichten und Neuigkeiten aus. Diese Apotheke gehörte zur Stadt wie die Uhrenhochschule und der Jachthafen. Sie war die gesellschaftliche Drehscheibe des Lebens von Neuchâtel.

Als ich abends in die Küche trat, hatte Stephanie eben den Zvieri genossen. Bei Brot mit Butter und selbsthergestellter Aprikosenkonfitüre und Tee berichtete Grand’maman vom Brief aus Neuenburg. «Herr Marcel braucht wilden Thymian, Knabenkraut und Seidelbast». Stephanie nahm die Bestellung mit einem Kopfnicken entgegen und murmelte: «Nächste Woche auf die Post». Stephanie vertrat das Symbol des klassischen Hutzelweibchens aus dem Wallis. Einzig die Tabakpfeife fehlte. Sie war immer schwarz gekleidet. Sie trug immer ein Kopftuch. Böse Zungen behaupteten, sie hätte zur Ersten Kommunion den ersten schwarzen Rock erhalten. Zur Firmung kam der Zweite darüber und später, als sie volljährig wurde, der Dritte. Stephanie kam und ging in unserem Haushalt ein und aus. Sie hatte die Gabe, immer anwesend zu sein, wenn sie gebraucht wurde. Sie ging jedermann zur Hand, wenn es um das Vorbereiten und Servieren der Speisen ging. Sie kam geräuschlos und verschwand wieder ungehört. Die treue Seele der Familie. Damals schon eine selbstständige Frau voller Tatendrang und Weisheit.
Wenn sie da war, gesellte ich mich gerne zu ihr an den Küchentisch. Wir verstanden uns gut, und sie hatte mich ins Herz geschlossen. Ich vernahm so, was in Leuk passierte. Ihre Erzählungen waren von Lebensweisheiten durchzogen. «Hartes Brot ist nicht hart, kein Brot ist hart». Stephanie verkehrte in verschiedenen Familien. Sie half in den Reben. Assistierte der Hebamme. Ging einkaufen für die Herrschaft. Brachte Briefe auf die Post. Und sie sammelte Heilkräuter. Da war sie so richtig in ihrem Element. Da war sie zuhause. Da war sie die Expertin der Stadt. Niemand kannte die medizinische Wirkung der Stauden und Gräser besser als sie. Ein Erbe der Familie Ambühl, der sie angehörte. Sie kannte alle Heilpflanzen und wusste von allen deren Standort. Bisweilen lagen sie und der Stadtarzt Dr. Bayard  sich in den Haaren. Ihm gefiel es nicht, dass jemand ihm ins Handwerk pfuschte. Dabei wollte Stephanie nur helfen, Schmerzen lindern, den Heilungsprozess beschleunigen. Über die Wirksamkeit der Naturstoffe auf den menschlichen Körper wusste sie Bescheid. Ein junger Vetter von ihr hatte einmal den Arm gebrochen und lief mit einem Gips herum. Nach drei Wochen entfernte Stephanie den Gipsverband, tastete die Bruchstelle ab, rieb dort eine von ihr selbst hergestellten Salbe ein und befahl dem Jungen den Arm nicht zu gebrauchen und ihn tagsüber immer von der Sonne bestrahlen zu lassen. Zwei Wochen später ging der Neffe wieder seiner Arbeit nach. (Irgendwie verstehe ich heute, dass das dem Doktor nicht gefiel).

Onkel Marcel hatte einmal beim einem Ferienbesuch in Leuk Stephanie und ihr Wissen über Heilkräuter kennen gelernt. Er war sehr beeindruckt von ihren Kenntnissen. Sie wurde zur Lieferantin der Pharmacie de l’Orangerie für Heilpflanzen. Leider beherrschte Onkel Marcel die deutsche Sprache sehr schlecht. In seinen regelmässigen Briefen nach Leuk brachte er seine Bestellung ein. Grand’maman übersetzte sie mündlich, wenn Stephanie in der Nähe war. Innert vierzehn Tagen waren die Pflanzen auf der Post. Eine Woche später erhielt Stephanie die Bezahlung für ihre Bemühungen in einem Briefumschlag per Post. Der Begleitbrief wurde wiederum in unserer Küche auf Deutsch übersetzt vorgelesen. So funktionierte das erste Exportgeschäft der KMU Stephanie. Sehr unkompliziert. Keine Buchhaltung, keine Geschäftskorrespondenz. Alles auf Vertrauensbasis. Es wurde Wort gehalten.
Das Wirtschaftsleben in der kleinen Stadt war, verglichen mit heute, sehr einfach und trotzdem effizient. Alle waren für alle da. Wenn Not am Mann war, wurde geholfen. Für alle anfallenden Arbeiten gab es Spezialisten. Einer konnte besonders gut Trockenmauern in den Reben bauen. Die meisten verstanden etwas vom Weinbau. Jede Hausfrau wusste die beste Marmelade zu kochen und die leckersten Hauswürstchen herzustellen. Sogar die Katze hatte in dieser Wirtschaft ihren Platz und ihren Auftrag. Sie entsorgte die Ratten und Mäuse. Die Ökonomie funktionierte. Jeder lieferte einen Beitrag zum Zusammenleben im Städtchen. Bargeld brauchte es wenig. Ein Handschlag galt mehr als der schönste Vertrag des besten Notars. Es brauchte keine schriftlichen Bestätigungen. Das Wort galt. Und man stand zum Wort. Meistens. Wer etwas Unlauteres tat, wurde vom Familienvorstand in die Schranken gewiesen.
Bei uns war das unbestritten Grand’maman. Sie war die unangefochtene Chefin im Haus. Ihre Anweisungen wurden ohne Widerrede, ohne Diskussion und ohne Murren ausgeführt. Es gab keine Missverständnisse oder Ausreden, denn sie war klar. Sie hatte einfache Prinzipien. Die galten mehr als die Zehn Gebote Gottes. Und sie nutzte ihre Vormachtstellung nie aus. Sie war die natürliche Autorität.

Schöne heile Welt, damals?
Natürlich nicht.

Der Mensch von damals war ähnlich veranlagt wie heute. Viele nahmen es nicht so genau mit Anstand, Fairness, Wahrhaftigkeit, Rücksichtnahme und Treue. Wie heute eben auch. Nur eines war damals besser.
Es herrschte mehr Freiheit.
Alle hatten mehr persönlichen Gestaltungsraum. Dazu gesellte sich eine selbstverständliche Toleranz. Über kleine Ungereimtheiten ging man hinweg. Drückte ein Auge zu. Liess fünf gerade sein.
Das Leben war weniger kompliziert als heute. Das Allermeiste spielte sich in Leuk selbst ab. Nur ganz wenige Bewohner verliessen ab und zu die Stadt. Abends waren alle wieder zuhause. Das Exportgeschäft von Stephanie war eine grosse Sache, eine Ausnahme. Es passte gar nicht so richtig in diese Kleinräumigkeit hinein. Es kam daher wie heute ein Handelsvertrag mit Dänemark.

Auch im Leuk von damals war es schon anspruchsvoll, mit der Freiheit anständig umzugehen. Freiheit kann Gutes wie Böses zur Folge haben. Damit es gut geht, braucht es Spielregeln, an die sich alle halten. Im kleinen Raum Leuk wurde die Einhaltung dieser Regeln von der Bevölkerung übernommen. Jeder kannte jeden. Jeder kontrollierte jeden. Das sorgte für Ruhe und Ordnung, hatte aber nicht nur Vorteile.Es kommt darauf an, wie viel Verantwortung der Einzelne zu übernehmen gewillt ist.

Zu meiner Zeit in Leuk wurde diese Verantwortung von den Erwachsenen getragen. Unter ihnen gab es ein paar weise Männer. Die hatten mit ihrem Vorbild die Balance zwischen Gut und Böse zu Gunsten des Guten, zum Wohle der Gesamtheit, im Griff. Sie waren die ungekrönten Häuptlinge. Ihre Stellungnahmen wurden befolgt. Sie hatten Autorität. Sie sorgten für ein geruhsames Leben. Eine Art Schattenkabinett.

Freiheit ist eben nicht trivial!

 

Aufrufe: 61

Stéphanie

A Loèche, Grand’maman prenait son café noir, installée dans son fauteuil Louis XVI. Une tasse de café fumait sur la table ovale à côté d’un bol de morceaux de sucre. “Le café doit être doux comme l’amour, chaud comme l’enfer et noir comme la nuit”. C’était sa définition du café noir. Il incluait aussi un canard. La manière élégante pour une dame du monde de se prendre un petit alcool. Un morceau de sucre trempé dans l’eau de vie fonds finalement sur la langue avec délectation. Tout simplement délicieux. Un petit verre de schnaps et une bouteille de marc provenant de la cave de l’oncle Ferdi complétaient cette nature morte. Un paquet de “Laurent vert”, l’élégante cigarette oblongue d’Égypte pour dames, complétait l’installation. Le soleil était déjà bas. Ses rayons scintillaient dans les verres sur la table. Ma grand-mère ne manquait jamais ce repos après le travail du matin, café, schnaps et cigarette. C’était un rituel qui faisait partie intégrale de sa vie, comme se brosser les dents le matin ou prier le soir. Elle n’omettait jamais cette “pause créative”, comme Grand’maman appelait cette habitude. Chaque jour, en semaine ou dimanche, ce culte était vénéré.
Dans sa main, une lettre de son gendre Marcel de Neuchâtel. Les nouvelles de la famille étaient régulièrement échangées de cette manière, tout comme les dispositions prises concernant la retraite. Deux billets de cent francs étaient posés sur la table à côté du service à café. Ils étaient joints à la lettre. Les enfants, mes oncles et mes tantes, avaient convenu de maintenir à flot le foyer de Loèche de cette manière simple.

À Neuchâtel, l’oncle Marcel se tenait dans son laboratoire pharmaceutique. Il était en train de préparer une solution très diluée pour un usage homéopathique. Les fioles jaugées et les pipettes étaient prêtes. Les travaux étaient réalisés avec soin. Il passait plus de la moitié de la journée ici, dans sa boutique de médicaments que son père avait fondé le siècle dernier. Il aimait son travail, il s’occupait de ses clients avec attention. La Pharmacie de l’Orangerie était une institution dans la ville. C’était le magasin où le suivi de l’art médical trouvait sa continuation. Outre les médicaments prescrits sur ordonnance, de nombreux produits issus de la production propre du magasin y étaient proposés à la vente. Les pilules, onguents, comprimés et teintures phytothérapiques et homéopathiques, manufacturés par Marcel lui-même, suscitaient un vif intérêt. Les patients n’y trouvaient pas seulement les médicaments nécessaires à la guérison de leurs maux, mais y recevaient aussi des conseils compétents. Pour chacun, il avait un mot d’encouragement, lui prodiguait des conseils, échangeait des nouvelles et des mises à jour avec la plus grande discrétion. Cette pharmacie appartenait à la ville comme l’école horlogère ou le port de plaisance. C’était le centre social de la vie neuchâteloise.

Quand je suis entré dans la cuisine le soir, Stéphanie venait de déguster son goûter. Autour d’un pain beurré avec une confiture d’abricots maison et d’un thé, Grand’maman faisait un compte-rendu de la lettre de Neuchâtel. “M. Marcel a besoin de thym sauvage, d’orchis et de daphné”. Stéphanie pris note de la commande d’un hochement de tête et murmura : “Au courrier la semaine prochaine”. Stéphanie représentait le classique symbole des femmes flétries du Valais. N’y manquait plus que la pipe à tabac. Elle était toujours vêtue de noir. Elle portait toujours un foulard. Des langues malveillantes prétendaient qu’elle avait reçu sa première jupe noire lors de sa première communion, la deuxième pour sa confirmation et la troisième quand elle a eu atteint la majorité. Stéphanie était en constant va-et-vient dans notre maison. Elle avait le don d’être toujours présente quand on avait besoin d’elle. Elle allait aider tout le monde lorsqu’il s’agissait de préparer et servir les repas. Elle apparaissait sans bruit et disparaissait à nouveau sans qu’on l’entende. L’âme fidèle de la famille. Déjà à l’époque, c’était une femme indépendante, tonique et pleine de sagesse.

Quand elle était là, j’aimais la rejoindre à la table de la cuisine. Nous nous entendions bien, et elle m’avait pris d’affection. Je pouvais ainsi prendre des nouvelles de ce qui se passait à Loèche. Ses histoires étaient brodées de sagesse. “Le pain dur n’est pas dur, pas de pain c’est dur”. Stéphanie fréquentait diverses familles. Elle aidait dans les vignes. Assistait la sage-femme. Faisait les courses pour ces messieurs-dames. Portait les lettres à la poste. Et collectait les herbes médicinales. C’est là qu’elle était vraiment dans son élément. C’était son bercail. Elle était l’experte de la ville. Personne ne connaissait mieux qu’elle les effets médicinaux des plantes vivaces et des herbes. Un héritage de la famille Ambühl, à laquelle elle appartenait. Elle connaissait toutes les plantes médicinales et savait où les trouver. Parfois, elle et le médecin de la ville, le Dr Bayard, étaient en conflit. Il n’aimait pas que quelqu’un interféra dans son travail. Stéphanie voulait seulement aider, soulager la douleur, accélérer le processus de guérison. Elle connaissait l’efficacité des substances naturelles sur le corps humain. Un de ses jeunes cousins s’était un jour cassé le bras et se promenait avec un plâtre. Au bout de trois semaines, Stéphanie a enlevé le plâtre, palpé la fracture, appliqué une pommade, qu’elle avait fabriquée elle-même, et ordonné au garçon de ne pas utiliser le bras et de toujours le laisser au soleil pendant la journée. Deux semaines plus tard, le neveu est retourné à son travail. (D’une certaine manière je comprends aujourd’hui, que le médecin ne goûtait pas cela).

L’oncle Marcel avait eu l’occasion de faire connaissance de Stéphanie et son savoir en matière d’herbes médicinales lors d’une visite de vacances à Loèche. Il fut très impressionné par ses connaissances. Elle devient le fournisseur de plantes médicinales de la Pharmacie de l’Orangerie. Malheureusement, l’oncle Marcel maîtrisait très mal la langue allemande. Dans ses régulières lettres à Loèche, il passait ses commandes. Grand’maman les traduisait oralement, quand Stéphanie était présente. En l’espace de quinze jours, les plantes étaient livrées par poste. Une semaine plus tard, Stéphanie recevait le paiement de ses efforts dans une enveloppe. La lettre d’accompagnement était à nouveau lue dans notre cuisine, traduite verbalement en allemand. C’est ainsi que la première entreprise d’exportation de Stéphanie fonctionnait. Très simple. Pas de comptabilité ni correspondance commerciale. Tout était basé sur la confiance. La parole tenue.

La vie commerciale dans cette petite ville était, comparée à aujourd’hui, très simple et pourtant efficace. Tout le monde était là pour tout le monde. S’il y avait un quelconque besoin, l’aide était apportée. Il y avait des spécialistes pour toutes sortes de travaux. L’un d’eux était particulièrement doué pour construire des murs de pierraille dans les vignes. La plupart d’entre eux étaient expérimentés en viticulture. Toutes les ménagères savaient comment faire les meilleures confitures et confectionner les plus délicieuses saucisses faites maison. Même le chat avait sa place et son travail dans cette économie. Il nous débarrassait des rats et des souris. L’économie fonctionnait. Chacun contribuait à la vie communautaire de la petite ville. Il y avait peu de besoin d’argent liquide. Une poignée de main comptait plus que le plus mielleux contrat du meilleur notaire. Aucune confirmation écrite n’était requise. La parole était le lien. Et les gens tenaient parole. La plupart du temps. Quiconque se permettait quelque chose de pas trop propre était remis à sa place par le chef de famille.

Pour nous, c’était incontestablement Grand’maman. Elle était la patronne évidente de la maison. Ses instructions étaient exécutées sans discussion aucune et sans ronchonnement. Il n’y avait pas eu de malentendus ou d’excuses parce qu’elle était claire. Elle avait des principes simples. Ils comptaient plus que les dix commandements divins. Et elle n’a jamais profité de sa suprématie. Elle était l’autorité naturelle.

Un monde parfait à l’époque ?

Bien sûr que non.

Les gens de cette époque étaient d’une disposition similaire à ceux d’aujourd’hui. Beaucoup ne prenaient pas très au sérieux la décence, l’équité, la sincérité, la considération et la loyauté. Tout comme aujourd’hui. Une seule chose était mieux à l’époque.

Il y avait plus de liberté.

Chacun avait plus de liberté personnelle. Il y avait aussi une tolérance naturelle. Les gens ignoraient les petites incohérences. Ils fermaient un œil. Prenaient les choses pour ce qu’elles sont.
La vie était moins compliquée qu’aujourd’hui. La plupart des choses se passaient à Loèche même. Seuls quelques résidents quittaient la ville de temps en temps. Le soir, tout le monde était de retour à la maison.
L’entreprise d’exportation de Stéphanie était une grosse affaire, une exception. Il ne s’intégrait pas vraiment dans cette économie à petite échelle. C’était un peu comme un accord commercial avec le Danemark aujourd’hui.

Même dans le Loèche de cette époque, c’était déjà exigeant de traiter la liberté de manière décente. La liberté peut conduire à la fois au bien et au mal. Pour que tout se passe bien, il faut des règles du jeu que tout le monde respecte. Dans la petite région de Loèche, le respect de ces règles tenait de la responsabilité de toute la population. Tout le monde connaissait tout le monde. Tout le monde contrôlait tout le monde. Cela garantissait la paix et l’ordre, mais cela n’avait pas que des avantages.
Cela dépend du degré de responsabilité que l’individu est prêt à assumer.

Pendant mon séjour à Loèche, cette responsabilité était assumée par les adultes. Il y avait quelques sages parmi eux. Par leur exemple, ils ont fait pencher la balance entre le bien et le mal en faveur du bien, pour le bien de l’ensemble. Ils étaient les chefs non couronnés. Leurs avis étaient suivis. Ils avaient l’autorité. Ils offraient une vie tranquille.
Une sorte de cabinet fantôme.

La liberté n’est justement pas triviale !

 

Aufrufe: 27

Une petite histoire

 

Edmond M. Berrang,
mein Schwiegersohn, hat mir diese Geschichte zum Geburtstag geschenkt. Hier kommt die französische Originalfassung.

 

Bonjour Hans!
Comme tu aimes raconter des histoires, je t’en raconte une pour ton anniversaire, une que j’ai rapporté d’Inde.

___________________________________________

Pandharpur est l’un des lieux de pèlerinage les plus sacrés du Maharashtra. Ce que Puri est au Bengale et à l’Orissa, ce que Chidambaram est à l’Inde du Sud, Pandharpur l’est au Maharashtra (Capitale: Bombay). C’est une petite ville sur les rives de la rivière Bhima et un site de culte de Krishna.

Le temple le plus célèbre est le temple Vithobha (Vitthoba est un nom de Krishna).
Et voici donc l’histoire de sa construction .

____________________________________________

Pundalik est un homme très simple, de raison disons très moyenne, c.a.d. muni d’un vocabulaire d’environ 400 mots, ne connaissant ni l’orthographe, ni le calcul, sauf les additions et soustractions.
Pundalik est un fervent dévot de Krishna, et de toute sa vie a servi assidument ses parents.

Son voeu le plus cher: rencontrer Dieu, voir Krishna.
Pour ce faire, il consulte le guru du village. Celui-ci réalise les limitations de Pundalik et lui dit:“ Ton chemin à toi ne sont ni les études, ni la connaissance, ni la prière, ni la dévotion, mais ton chemin est le Karma Yoga (Yoga des actions): le service. Sers tes parents assidument comme tu l’as fait par le passé. Dieu sera certainement attendri et exaucera un jour ton voeu“.
Pundalik est tout content de cette réponse, car il aime servir et il aime ses parents. Il sers donc ses parents avec encore plus de ferveur et d’attentions. Jour et nuit. Été comme hivers.
Krishna, voyant cet incessant dévouement fut ému et décida donc d’exaucer le voeu le plus cher de Pundalik et lui apparut, à sa demeure, dans toute sa splendeur.
Mais Pundalik était en train de décaper une casserole et ne lui prêta aucune attention.

Krishna, après un moment, toussota et parla:“ Pundalik, c’est moi, Krishna, ton Dieu. Je suis là pour combler ton désir le plus cher. Rends moi hommage, adore moi, c’est moi, ton Dieu“.
Mais Pundalik répondit: „ Oui oui, j’arrive de suite, mais je dois encore balayer la pièce“.

Krishna fut ému par tant de dévouement et attendit donc que Pundalik eut fini de balayer la pièce.
Ceci étant fini, Krista reparla:“ Pundalik, c’est moi, Krishna, ton Dieu. Rends moi maintenant hommage, adore moi, je suis la réalisation de ton voeu le plus cher“.
Et Pundalik répondit: „ Oui oui, j’arrive de suite, mais je dois encore ranger la chambre“.

Krishna fut certes ému par ce dévouement mais commença aussi à être quelque peu agaçé. Que Dieu dut attendre que Pundalik eut fini ses tâches est effectivement quelque peu irritant. Et pas vraiment digne d’un Dieu. Mais quoi, il ne lui resta rien d’autre à faire qu’attendre.

Ce travail étant enfin fini, Krishna reparla:“ Hallo, Pundalik, c’est moi, Krishna, ton Dieu et tu commences à lui courir sur le gnon. Alors, adore moi maintenant et tombe en prière et qu’on en finisse enfin avec cette absurde situation“.
Et Pundalik répondit: „ Oui oui, j’arrive de suite, mais je dois encore finir de laver le linge“.

Cette tâche étant terminée, Krishna reparla:“ Dis donc, Pundalik, tu commences sérieusement à me les gonfler, nom d’un homme. Je suis Dieu, ton voeu le plus cher et je suis là, devant toi. Alors arrête tes singeries et tombe enfin en adoration et basta“.

Et Pundalik répondit: „ Oui oui, j’arrive de suite. Il me faut encore repasser le linge. Tiens, voici une brique sur laquelle tu peux t’asseoir“.

 

Et la légende dit que Krishna est aujourd’hui toujours encore assis sur cette brique à attendre Pundalik…..

Le centre sacré du Temple est construit autour de cette brique.
____________________________________________
Bon anniversaire!

 

 

Nun folgt meine deutsche Übersetzung

 

Guten Tag Hans,
Du liebst es Geschichten zu erzählen. Ich möchte Dir zu Deinem Geburtstag eine erzählen, die ich aus Indien heimbrachte.
Diese Legende erzählt, wie der Bau des Vithoba-Tempels in Pandharpur entstand. Dem unterwürfigen Pundalik wird zugeschrieben, dass er die Gottheit Krishna nach Pandharpur gebracht hat.

Pundalik lebt in Pandharpur, eine Stadt im Bundesstaat Maharashtra im Westen Indiens. Pundalik hat denselben Vornamen wie der indische Dichter Narayan Nalk, ist aber im Gegensatz zu ihm ein einfaches Gemüt und von mässigem Verstande. Sein Wortschatz erreicht kaum 400 Wörter. Die Rechtschreibung ist ihm fremd. In Arithmetik beherrscht er nur das Zusammenzählen und Abzählen.
Pundalik ist ein hingebungsvoller Verehrer des Gottes Krishna, die hinduistische Form des Göttlichen. Sein ganzes Leben hat er seinen Eltern liebevoll gedient. Sein sehnlicher Wunsch wäre es, Gott zu begegnen. Krishna zu sehen! Er beschliesst den spirituellen Lehrer im Hinduismus, den Dorf Guru, um Rat zu fragen. Auf den ersten Blick erkennt dieser die geistigen Grenzen von Pundalik und sagt: «Dein Weg führt nicht über Studium, Wissen, Beten oder die Hingabe. Dein Weg ist Karma-Yoga. Das Yoga des selbstlosen Dienstes, des täglichen Handelns. Diene weiterhin Deine Eltern, sei fleissig, wie Du es in der Vergangenheit immer warst. So wird Gott zufrieden sein. Er wird eines Tages Deinen Wunsch erfüllen.»
Pundalik ist mit dieser Antwort sehr zufrieden. Er liebt es zu dienen. Er liebt seine Eltern. So dient er seinen Eltern mit noch mehr Eifer und Sorgfalt. Tag für Tag, im Sommer wie im Winter.

Als Krishna diese unaufhörliche Hingabe sah, war er gerührt. Er beschloss Pundaliks sehnlichster Wunsch zu erfüllen. In all seiner Pracht erschien er ihm in seinem Heim. Aber Pundalik war gerade dabei eine Pfanne sauber zu bürsten und beachtete die Gottheit nicht.
Nach einer Weile macht sich Krishna hüstelnd bemerkbar und sprach: «Pundalik ich bin’s, Krishna, Dein Gott. Ich bin hier, um Dein sehnlichster Wunsch zu erfüllen. Huldige mir. Bete mich an. Ich bin es, Dein Gott.»
Darauf Pundalik: «Ja ja, ich komm ja schon. Muss aber zuerst noch das Zimmer fegen.»

Krishna, gerührt von dieser Hingabe, wartete bis Pundalik den Raum fertig gereinigt hatte.
Als dem so war, erhob Krishna erneut das Wort: «Pundalik ich bin es wirklich. Ich Dein Gott. Ich bin die Erfüllung Deines sehnlichsten Wunsches. Verehre mich nun, bete mich an.»
Und Pundalik antwortete: « Ja ja ich komme gleich, muss aber zuerst noch das Zimmer aufräumen.»

Krishna war zwar gerührt von dieser Aufopferungsfähigkeit, konnte einen gewissen Ärger nicht unterdrücken. Für einen Gott ist es irritierend darauf zu warten bis Pundalik seine Aufgaben erledigt hatte. Das ist nicht wirklich eines Gottes würdig. Es blieb ihm so nichts anderes als zu warten.

Als die Arbeit endlich fertig war, setzte Krishna erneut zum Sprechen an: « Hallo Pundalik! Ich Krishna, Dein Gott ist hier. Langsam gehst Du mir auf die Nerven. Diese absurde Situation muss ein Ende nehmen. Bete mich jetzt an. Knie nieder im Gebet.»
«Ja, ja, ich bin gleich für Dich da. Aber ich muss noch die Wäsche waschen.»

Auch dieser Auftrag fand sein Ende. Eine Ungeduld in Krishnas Stimme war unüberhörbar. «Du bist daran mich ernsthaft zu nerven. Himmel, ich bin Dein Gott. Ich erfülle Deinen innigsten Wunsch. Jetzt stehe ich vor Dir. Hör auf mit Deinen Mätzchen. Auf die Knie und basta!»
Und Pundalik antwortete: « Ja, ja, sofort. Ich muss nur noch die Wäsche bügeln. Hier ist ein Ziegelstein, auf dem Du Dich setzen kannst.

Die Legende besagt, dass Krishna heute noch auf dem Ziegelstein sitzt, um auf Pundalik zu warten…

 

Der Vithoba-Tempel in Pandharpur, der Haupttempel in dem Krishna verehrt wird, wurde um diesen Ziegelstein herum gebaut.

 

 

Aufrufe: 31