Neujehrspost 2022


Liebe Angehörige meines Bekanntenkreises,
liebe Freunde, Bekannte und Verwandte.

Dieses Jahr fand die Sommerolympiade 2020 statt. Sie wurde, wie wir alle wissen, wegen Covid-19 auf dieses Jahr verschoben. Tausende von jungen sportlichen Menschen auf der ganzen Welt haben sich auf dieses Grossereignis vorbereitet. Sie akzeptierten ein hartes Training und nahmen freiwillige Entbehrungen in Kauf. Siege und Niederlagen wurden ohne Murren hingenommen. Tränen wurden vergossen. Freudentränen, wenn das erste Ziel «dabei sein ist alles» erreicht wurde. Tränen der Enttäuschung, wenn es nicht gelungen war, die Qualifikationslimite zu erreichen. Diese weltweite grosse Leistung junger Menschen, seinen Willen durchzusetzen und alle Hindernisse hinter sich zu lassen, durchzuhalten bis zum Schluss, wurde leider in der Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen. Die Kommunikationsindustrie kümmerte sich um die pompöse Eröffnungszeremonie und den Medaillenspiegel. Wie gut sind wir? Wie viele Medaillen haben wir? Wer es nicht auf das Treppchen schaffte, versank in die Bedeutungslosigkeit. Der Gedanke «Mitmachen ist wichtiger als Siegen», dieser ursprüngliche olympische Gedanke, dem wurde kein Wort gewidmet.

Kurz nach Olympia fanden die para-olympischen Spiele in Tokio statt. Auch hierfür hatten sich junge Menschen von überall zäh und verbissen vorbereitet. Ihr Ziel war mitmachen, dabei sein. Hinzu zum Krafteinsatz der Vorbereitung kam das Problem ihrer Behinderung.
Para-Sport ist Hochleistungssport.
Tischtennis spielen im Rollstuhl, Hundertmeterlauf mit zwei Beinprothesen, Speerwerfen mit nur einem Arm, Weitsprung mit einem künstlichen Unterschenkel, Hochsprung mit zwei Krücken.

Neben den üblichen Vorbereitungen auf dieses Sportereignis kommt für die Handicapierten eine zusätzliche Belastung dazu. Das Vertrauen, trotz ihrer Behinderung mitmachen zu können.
Die Paralympics standen im Verhältnis zu den Olympischen Spielen weit weniger in der öffentlichen Wahrnehmung. Neben ein paar Reportagen und Siegesmeldungen im Sportteil der Presse wurde der Parasport kaum zur Kenntnis genommen.

Und doch! Dieser Gestaltungswille der jungen Leute aus aller Welt sollte uns ein Fanal, ein Leuchtfeuer sein. Ein Sinnbild in schweren Zeiten, wie in einer Pandemie, die Hoffnung nie zu verlieren. Wir Menschen haben es seit Anbeginn bewiesen. Wir sind Profis in der Entdeckung von Lösungen, um aus schweren Situationen herauszufinden. Um Probleme zu meistern, unüberwindbar scheinende Barrieren zu übersteigen.

Lasst uns mit diesem Geistesgut das Neue Jahr in Angriff nehmen.

Auf ins 2022!
Dazu wünsche ich allen eine gute Zeit.
Ein frohes und glückliches Neues Jahr voller Zuversicht.
Bliibund gsund und nämeds nit zschwär!

Hans von Werra

Chers membres de mon cercle de relations,
chers amis, chères connaissances et chers parents.

 

Les Olympiades d’été 2020 n’ont eu lieu que cette année. Comme nous le savons tous, elles ont été reportées à cette année en raison de Covid-19. Des milliers de jeunes sportifs du monde entier se sont préparés à ce grand événement. Ils ont accepté de s’entraîner durement et de se priver volontairement. Les victoires et les défaites ont été acceptées sans murmure. Des larmes ont été versées. Des larmes de joie lorsque le premier objectif „en faire partie c’est tout” a été atteint. Des larmes de déception lorsque la limite de qualification n’a pas été réalisée. Cette grande performance mondiale des jeunes, qui consiste à imposer leur volonté et à laisser derrière eux tous les obstacles, à persévérer jusqu’au bout, n’a malheureusement guère été remarquée par le public. L’industrie de la communication s’est surtout occupée de la pompeuse cérémonie d’ouverture et du tableau des médailles. Quel est notre niveau? Combien de médailles avons-nous engrangées? Ceux qui n’ont pas réussi à grimper sur le podium ont sombré dans l’insignifiance. L’idée de “participer est plus important que de gagner”, cette idée olympique originelle, n’a pas eu droit au moindre mot.

Peu après les jeux olympiques, les jeux para-olympiques ont eu lieu à Tokyo. Pour cela aussi, des jeunes de partout s’étaient préparés avec ténacité et acharnement. Leur objectif était de participer, d’être présent. Le fardeau de leur handicap est venu s’ajouter à leur effort de préparation.
Le para-sport est un sport de haut niveau.
Un match de tennis de table en fauteuil roulant, courir un cent mètre avec deux prothèses de jambe, lancer le javelot avec un seul bras, sauter en longueur avec une jambe artificielle, sauter en hauteur avec deux béquilles.
En plus des préparatifs habituels pour cet événement sportif, les personnes handicapées doivent faire face à cette charge supplémentaire. La confiance de pouvoir participer malgré leur handicap.

Comparés aux jeux olympiques, les Paralympiques ont été beaucoup moins médiatisés. Hormis quelques reportages et claironnements de victoires dans la rubrique sportive de la presse, le para sport n’a guère été remarqué.
Et pourtant! Cette volonté de création de ces jeunes du monde entier devrait être pour nous un fanal, un phare. Un symbole dans les moments difficiles, comme lors d’une pandémie, pour ne jamais perdre espoir. Nous, les humains, l’avons prouvé depuis le début. Nous sommes des professionnels de la découverte de solutions pour nous sortir de situations difficiles. Pour maîtriser des problèmes, pour franchir des barrières qui semblent insurmontables.
Abordons la nouvelle année avec cette qualité d’esprit.

En route pour 2022 !
Je vous souhaite à tous de passer un bon moment.
Une bonne et heureuse année, pleine de confiance.

Bliibund gsund und nämeds nit zschwär !

Hans von Werra

 

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Gedächtnis

Als mein Bruder und ich noch zur Schule gingen, spielte sich nach jedem Mittagessen in unserer Küche das gleiche Ritual ab. Immer die gleiche Leier, sogar am Sonntag. Die Mutter spülte das Geschirr. Wir trockneten es ab und versorgten es im Kasten. Fünf Mal sechs? Drei Mal neun? Sieben Mal acht? Meine Mutter stellte die Fragen. Wir mussten zeitverzugslos antworten. Dreissig, siebenundzwanzig, sechsundfünfzig. Es war das erste Gedächtnistraining, an das ich mich erinnern kann.
Im Klassenzimmer ging es weiter. Ellenlange Balladen von Schiller und Goethe, «Die Glocke» oder «Der Erlkönig», wurden auswendig gelernt und stundenlang abgefragt. «Das Grosse Balladenbuch», ein nicht mehr wegzudenkendes Schulbuch, schleppten wir täglich in unserer Mappe zur Schule und zurück. Es sollte uns nicht aus der Übung bringen, die Perlen der deutschen Dichtung stets und überall vortragen zu können.

Mein Banknachbar in der Kanti war damals schon ein guter Schachspieler. Er wohnte in Erstfeld und war dort geachtetes Mitglied des Schachklubs. Er erzählte, er hätte gegen den Schweizermeister in einer Simultanpartie gespielt. Von den zwölf Klubmitgliedern hatte keiner eine Partie gewonnen. Neunmal matt und dreimal remis. Beeindruckend war, dass der Schachmeister, als er von den Mitspielern zur Heimreise zum Bahnhof begleitet wurde, alle gespielten Partien im Kopf hatte. Jedem konnte er, Stunden später, noch Ratschläge erteilen. «Sie hätten die Dame nicht nach d5 verschieben sollen.»
Die Novelle, die Stefan Zweig über das Schachspiel auf dem Passagierdampfer auf dem Weg von New York nach Buenos Aires geschrieben hatte, erzählt von einem österreichischen Emigranten, der ein Gedächtnis hatte wie ein Elefant. Das Buch war zu der Zeit zuoberst auf der Hitliste und wurde von uns Gymnasiasten verschlungen.
Wir hatten eine grosse Bewunderung für alle solche Gedächtnisgenies. Auch die Schauspieler, die den ganzen Part in der Komödie von Oscar Wilde, Lady Wintermeres Fan, nur so abrufen konnten, hatten unsere Ehrfurcht. Sollte es bei einer Aufführung irgendeinmal zu einem Hänger kommen, war da immer noch die Souffleuse.

Nicht alle Menschen haben solch gute Gedächtnisse. Oft lässt es einem im Stich. «Wo ist jetzt meine Lesebrille geblieben?» «Hat jemand mein Handy gesehen?» «Gestern lag der Autoschlüssel noch auf der Kommode.» Vergessen gehört zum Erinnern.
Dann auf der Strasse. Da kommt eine Dame entgegen, die ich gut kenne. Eine Gelegenheit für ein Kompliment und einen kleinen Schwatz. Nur, wie heisst die Lady? Eveline? Nein, Elvira? Auch nicht. Es liegt mir auf der Zunge und will nicht weiter.
Man trifft jemand in der Pause in der Tonhalle und der Name ist weg. Bei mir kommt das oft vor. Ich habe dann eine Strategie auf Lager, der Peinlichkeit zu entgehen. «Wie schön Sie auch hier zu treffen. Wie geht es Ihnen? Herrlich diese Musik.» Und immer weiter so. Blablabla. Wieder im Saal. Der Dirigent steht noch nicht am Pult. Alle, die Musiker und der Saal, warten auf den Chef. Mäuschenstill. «Natürlich das war Doktor Schmidt aus Küsnacht in der Pause». Applaus. Auftritt des Orchesterchefs.

In unserer Familie sprachen wir immer drei Sprachen durcheinander. Über diese Babilonika habe ich schon einmal berichtet. Wenn man etwas tiefer in das Funktionieren des Gedächtnisses eintaucht, stellen sich Fragen. Wie bringt das Hirn es fertig, uns beim Sprechen so zu unterstützen, dass immer das richtige Wort in der richtigen Sprache zur Verfügung steht, damit wir uns fliessend unterhalten können? Irgendwo im Kopf muss ein riesiges Wörterbuch vorhanden sein, in dem während des Gesprächs alle nötigen Vokabeln nachgeschlagen werden. «Selbstverständlich,» werden Sie, liebe Leserin, sagen, «alles, was wir in der Schule und im Leben gelernt haben, tragen wir mit uns herum und können es immer und überall, wenn wir es brauchen, abrufen.»

Fast immer.

Da fällt mir Onkel Ferdi, der Zwillingsbruder meines Vaters, ein. Er wollte mir einmal auf einem Spaziergang erklären, welche Bäume in der Umgebung der Barbarakapelle besonders gut gedeihen. Es kam ihm nicht in den Sinn. Das ärgerte ihn gewaltig. Er blieb stehen, stampfte mit dem Fuss, die Tannenzapfen flogen in alle Richtungen. «Hansi, das wird immer schlimmer. Ich vergesse bald alles!» Die Vergesslichkeit des Onkels hatte sich in der Familie herumgesprochen. Sie wurde immer manifester. Arterienverkalkung nannte man das damals. Heute spricht man eher von Alzheimer oder Demenz. Gedächtnisverlust im Alter.
Als ich an einem meiner Spaziergänge durch den Wald von Gossau unterwegs war, stach mir ganz unerwartet der Geruch von gutem Pfeifentabakrauch in die Nase. Vor mir war der längst pensionierte Bundesrat Brugger aufgetaucht. Wir kamen ins Gespräch. Er erzählte mir, dass er nicht mehr zu Hause wohne. Von Zeit zu Zeit überfiel ihn ein totaler Filmriss. Die Ärzte sprachen von Demenz. Er brauche eine 24-Stundenpflege. «Sie wissen nicht, wie das ist Herr Werra. Plötzlich ist die ganze letzte Woche weg. Keine einzige Erinnerung mehr. Monate lang kann ich so leben wie früher und dann unangemeldet wieder ein Blackout. Der kann Wochen dauern. Wenn ich aus diesem Zustand wieder zu mir komme, gibt es für mich keine Vergangenheit mehr. Das ist eine Qual. Das ist wie eine Folter.»
Dieses Gespräch habe ich nie mehr vergessen. Dieser aufrechte Bundesrat von altem Schrot und Korn. Dieser Regierungsmann, der damals die Konjunktur zuerst ankurbeln musste und später, weil sie zur Überhitzung tendierte, wieder abstoppen musste, ist heute ein Wanderer mit grossen Gedächtnislücken.

Mit zunehmendem Alter wird auch mir bewusst, wie wichtig das Gedächtnis für die Bewältigung des alltäglichen Lebens ist. Es begleitet uns immer. Ist immer zur Stelle. So selbstverständlich wie bisher gemeint ist das nicht. Plötzlich ein Durcheinander in Ort und Zeit. Nicht mehr wissen, wo man gerade ist und warum. Wenn man dessen gewahr wird, muss das ein Schock sein.
Eine gewisse Vergesslichkeit kennt jeder. Auf einmal steht man im Arbeitszimmer und weiss nicht mehr warum. Zurück in die Küche. Natürlich, ich wollte das Kochbuch holen. Wenn gelegentlich eine solche Situation eintritt, ist man schon ein bisschen beunruhigt. Ist da Alzheimer im Anzug? Mein Hausarzt beruhigte mich beim letzten Besuch. «Solange Sie denken können, sie hätten Anzeichen von Demenz, ist keine Gefahr in Sicht.»

Seither habe ich ein Gedächtnistraining für mich ganz persönlich ausgedacht. Um den Wareneinkauf für meinen Haushalt störungsfrei erledigen zu können, lerne ich zu Hause den Poschtizettel auswendig. Wenn dann alles wieder lückenlos beschafft und vollständig im Kasten liegt, fällt mir das Einmaleins-Ritual von früher in Mamas Küche ein.

Das war nicht nutzlos gewesen.

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Mèmoire

Lorsque mon frère et moi étions encore à l’école, le même rituel se déroulait dans notre cuisine après chaque déjeuner. Toujours la même rengaine, même le dimanche. La mère faisait la vaisselle. Nous l’essuyions et la rangions dans l’armoire. Cinq fois six ? Trois fois neuf ? Sept fois huit ? Ma mère posait les questions. Nous devions y répondre sans délai. Trente, vingt-sept, cinquante-six. C’est le premier entraînement mnémotechnique dont je me souvienne.
Et ça continuait dans la salle de classe. D’interminables balades de Schiller et Goethe, “Die Glocke” ou “Der Erlkönig”, furent apprises par cœur et ressassées pendant des heures. “Das Grosse Balladenbuch”, un livre scolaire incontournable, nous le coltinions chaque jour dans notre cartable vers l’école et retour. Cela devait nous affuter l’habitude d’être à même de pouvoir déclamer les perles de la poésie allemande partout et à tout moment.

A l’époque, mon voisin de banc à l’école cantonale, était déjà un bon joueur d’échecs. Il habitait à Erstfeld et était déjà un membre respecté du club d’échecs. Il racontait qu’il avait joué contre le champion suisse lors d’une partie simultanée. Sur les douze membres du club, aucun n’avait pu gagner une seule partie. Neuf fois mat et trois fois remis. Ce qui était impressionnant, c’est que le champion d’échecs, lorsqu’il a été raccompagné à la gare par ses coéquipiers pour rentrer chez lui, avait en tête toutes les parties jouées. Quelques heures plus tard, il pouvait encore donner des conseils à chacun. “Vous n’auriez pas dû jouer la dame en d5”.
La nouvelle que Stefan Zweig avait écrite sur la partie d’échecs sur le paquebot en route de New York à Buenos Aires raconte l’histoire d’un émigré autrichien, qui avait une mémoire d’éléphant. A l’époque, le livre était en tête du hit-parade et nous, les lycéens, le dévorions.
Nous avions une grande admiration pour tous ces génies de la mémoire. Les acteurs, qui pouvaient se remémorer toute leur part de la comédie d’Oscar Wilde, le Fan de Lady Wintermere, forçaient également notre respect. Et en cas de problème lors d’une représentation, il y avait toujours encore la souffleuse.

Mais pas tout le monde ne dispose d’une aussi bonne mémoire. Souvent, elle nous laisse tomber. “Où sont passées mes lunettes de lecture ?” “Quelqu’un a-t-il vu mon téléphone portable ?” “Hier, la clé de la voiture était encore sur la commode”. L’oubli fait partie de la mémoire.
Puis dans la rue. Je croise une dame que je connais bien. C’est l’occasion d’un compliment et d’un petit bavardage. Mais comment s’appelle-t-elle donc ? Éveline ? Non, Elvira ? Pas non plus. Je l’ai sur le bout de la langue et ne veut pas aller plus loin.
On rencontre quelqu’un à l’entracte dans la salle de concert Tonhalle et le nom disparaît. Cela m’arrive souvent. J’ai alors une stratégie en réserve pour éviter l’embarras. “Quel plaisir de vous rencontrer ici. Comment vous portez-vous ? Magnifique cette musique.” Et toujours comme ça. Blablabla. De retour dans la salle. Le chef d’orchestre n’est pas encore au pupitre. Tout le monde, les musiciens et la salle, attend le chef. Silence de mort. “Bien sûr, pendant la pause, c’était le docteur Schmidt de Küsnacht ! “. Applaudissements. Entrée en scène du chef d’orchestre.

Dans notre famille, nous parlions toujours trois langues à la fois. J’ai déjà parlé de cette Tour de Babel. Si l’on plonge un peu plus profondément dans le fonctionnement de la mémoire, des questions se posent. Comment le cerveau parvient-il à nous mettre à disposition le bon mot au bon moment dans la bonne langue, afin que nous puissions parler couramment ? Quelque part dans la tête, il doit y avoir un énorme dictionnaire, dans lequel tous les mots nécessaires peuvent être trouvés pendant la conversation. “Bien sûr,” me direz-vous, chère lectrice, „tout ce que nous avons appris à l’école et dans la vie, nous l’emportons avec nous et pouvons consulter à tout moment et en tout lieu, lorsque nous en éprouvons le besoin. “

Presque toujours.

Cela me fait penser à l’oncle Ferdi, le frère jumeau de mon père. Un jour, lors d’une promenade, il voulut m’expliquer quels arbres croissaient particulièrement bien dans les environs de la chapelle Sainte-Barbe. Mais cela ne lui venait plus à l’esprit. Cela l’agaça énormément. Il s’arrêta, frappa du pied, les pommes de pin volèrent dans toutes les directions. “Hansi, c’est de pire en pire. Bientôt je vais tout oublier !” La tendance à l’oubli de l’oncle s’était ébruitée dans la famille. Elle devenait de plus en plus manifeste. On l’appelait alors une calcification des artères. Aujourd’hui, on parle plutôt de maladie d’Alzheimer ou de démence. La perte de mémoire sénile.
Lors d’une de mes promenades dans la forêt de Gossau, l’odeur d’une bonne fumée de tabac à pipe me piqua les narines de manière inattendue. Le conseiller fédéral Brugger, depuis longtemps à la retraite, était apparu devant moi. Nous avons engagé la conversation. Il m’a dit qu’il n’habitait plus chez lui. De temps en temps, il contractait un trou de mémoire total. Les médecins parlaient de démence. Il aurait besoin de soins 24 heures sur 24. “Vous ne savez pas comment c’est, Monsieur Werra. Soudain, toute la dernière semaine a disparu. Plus un seul souvenir. Puis, pendant des mois, je peux vivre comme avant et, sans prévenir, une nouvelle rupture de film. Cela peut durer des semaines. Quand je sors de cet état, le passé n’existe plus pour moi. C’est un tourment. C’est comme une torture”.
Je n’ai jamais oublié cette conversation. Ce conseiller fédéral de vieille souche, droit dans ses bottes. Cet homme de gouvernement qui, à l’époque, a d’abord dû relancer la conjoncture, puis la stopper parce qu’elle avait tendance à surchauffer, est aujourd’hui un promeneur avec des trous de mémoire béants.
Avec l’âge, je prends moi aussi conscience de l’importance de la mémoire dans la gestion de la vie quotidienne. Elle nous accompagne toujours. Elle est toujours là. Ce n’est pas aussi évident qu’on le pensait jusqu’à présent. Soudain, une confusion dans le lieu et le temps. Ne plus savoir où l’on se trouve et pourquoi. Lorsque on en prend conscience, cela doit être un choc.

Tout le monde connaît une certaine tendance à l’oubli. Tout à coup, on se retrouve dans le bureau et on ne sait plus pourquoi. Retour à la cuisine. Bien sûr, j’allais chercher le livre de cuisine. Lorsqu’une telle situation se produit occasionnellement, on est un peu inquiet. Est-ce que la maladie d’Alzheimer se prépare ? Mon médecin de famille m’a rassuré lors de ma dernière visite. “Tant que vous pouvez penser que vous avez des signes de démence, il n’y a pas de danger en vue”.

Depuis, j’ai imaginé un entraînement très personnel pour ma mémoire. Pour pouvoir faire les achats pour mon ménage sans encombre, j’apprends par cœur la liste de commissions à la maison. Lorsque tout est acheté et rangé dans l’armoire, je me rappelle le rituel des tables de multiplication d’autrefois dans la cuisine de maman.

Cela n’avait pas été inutile.

 

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Wellen

Der Herbst ist dieses Jahr besonders strahlend. Die Wälder wechseln ihre Farbe.

Die Farbpalette ändert von dunkelgrün zu hellgrün, zu orangegrün und zu goldgelb. Der Lützelsee, ein kleines Voralpenseelein nahe bei Hombrechtikon liegt spiegelglatt vor dieser Farbenpracht. Ein Gemälde wie es Spitzweg nicht schöner hätte malen können. Stahlblauer Himmel, der gelbgrüne durchmischte Wald und eine unbewegliche Wasserfläche. Staunend stehe ich da, einige Kieselsteine in der linken Hand. Ich kann nicht anders. Ich bin wieder der kleine Junge und werfe ein Steinchen auf die Wasseroberfläche. Das Stillleben wird lebendig. Der Ausblick verändert sich. Kreisrunde Wellen streben dem Ufer entgegen. Immer grösser werden die Kreise. Bis sie, müde geworden, in sich zusammenfallen. Die glatte Wasserfläche hat sich wieder gebildet und glitzert in der Sonne.

Mein Mobiltelefon klingend. Es reisst mich aus dieser romantischen Idylle heraus. Das stört. Auf dem Bildschirm taucht ein Foto auf. Eine Pizza auf der Piazza von Locarno. Die moderne Art, auf der Ferienreise «guten Appetit» zu wünschen. Ärgerlich stelle ich mein Handy ab und werfe gleich zwei Steine ins Wasser. Ein völlig neues Bild entsteht. Zwei Wellenkreise streben aufeinander zu. Sie überlagern sich und geben ein Muster, wie wenn man ein kariertes Tischtuch über eine grosse Kugel gespannt hätte. Das ist zwar eindrücklich, aber die Freude von vornhin ist weggeblasen. Mein Telefönchen hat sich lästig aufgedrängt und bringt mich gedanklich in eine völlig andere Welt von Wellen und Schwingungen.

Seit 1985 benütze ich Mobiltelefone. Damals im G1/B-Netz. Der Fernsprecher war alles andere als mobil. Hörer und Mikrofon waren so gross wie ein Brotlaib eines Kilos Gewicht. Das Sende- und Empfangsteil füllte knapp den halben Kofferraum. Die Anlage wog mehr als 15 Kilo. Telefonieren konnte ich nur im Auto. Es gab wenige Antennen längs der Autobahn. Die Gespräche wurden oft unterbrochen. Die ganze Einrichtung kostete mehr als eine Schiffspassage für eine Kreuzfahrt in die Karibik. Unbegreiflich heute im Zeitalter des Smartphones. Damals war das der Stand der Technik und eine grosse Hilfe für die Ausübung meines Berufs. Auf den vielen Fahrten, die meine Arbeit erforderten, konnte ich die Zeit in diesem fahrenden Büro genauso gut nutzen, wie wenn ich am Schreibtisch im Büro gesessen hätte. Unter der Voraussetzung, das Auto wurde von einem Chauffeur gesteuert.
In der Schweiz waren rund 5000 solcher drahtlosen Verbindungen im Einsatz. Das war die Geburtsstunde der telefonischen Mobilfunktechnik. Heute, bald 40 Jahre später, nutzen neun von zehn Personen in der Schweiz ein Handy. Damit alle zur gleichen Zeit miteinander verkehren können, braucht es ein flächendeckendes Mobilfunknetz. Mit dem Ausbau mit G5 ist das demnächst erreicht. Von Reckingen bis Moutier kann jedermann störungsfrei telefonieren, Meldungen senden und diese mit Fotos garnieren. Alles läuft per Funk, alles mit elektromagnetischen Wellen. Genau wie der Fernsehapparat, der per Fernsteuerung eingeschaltet wird. Genau wie das elektrische Licht auf dem Vorplatz des Hauses mittels eines Bewegungsmelders hell erleuchtet wird. Die Eingangstüre zum COOP, die geöffnet wird, wenn jemand sich nähert. Auch Musik kommt auf Wellen in meinem Kopfhörer daher. Drucker, Tastatur und Maus wissen längst nicht mehr, was Kabelsalat ist.
Noch vor zwei, drei Dezennien wurden die meisten Informationen über Kupferdraht übermittelt. Heute wird fast alles per Funk erledigt. Wären diese unsichtbaren Wellen Wasserwellen, wir wären hoffnungslos überflutet. Nicht zu vergessen, dass wichtige Sinnesorgane wie Ohren und Augen seit jeher auf Schwingungen angewiesen sind. Die meisten dieser Wellen sind für unseren Organismus kaum schädlich. Es gibt aber welche, die nicht so harmlos sind. Für die Bekämpfung von Krebsgeschwüren werden nicht nur der Tumor, sondern auch die gesunden Körperzellen in Mitleidenschaft gezogen. Auch sollte der menschliche Körper den Röntgenstrahlen bei der Untersuchung kranker Organe nicht allzu lange ausgesetzt werden. Ganz gefährlich ist der radioaktive Ausfall. Wie in Tschernobyl sichtbar vor Augen geführt, werden viele Hektaren fruchtbaren Erdbodens für Jahrzehnte unbrauchbar gemacht. Die gute Nachricht ist: Man kann davon ausgehen, dass Wissenschaft und Medizin über die Strahlenbelastung des menschlichen Körpers auf dem Laufenden sind. Inzwischen ist der Nutzen von elektromagnetischen Schwingungen nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. In der Medizin werden Tumore geheilt. Lungen durchleuchtet. Wir sind sehr lange schon von Wellen umgeben. Bereits anfangs des 19. Jahrhunderts kamen die Radiowellen auf. Sie ermöglichten den Informationsaustausch drahtlos mit Schiffen, Flugzeugen und Gasballonen. Die globale Mobilität hatte damit begonnen.

Vor nicht allzu langer Zeit berichteten die Medien über mögliche gesundheitliche Gefahren durch Wellenbestrahlung. Genau wissen wir nicht, wie effektvoll der Funk den menschlichen Organismus in Beschlag nimmt. Heute benützen 90% aller Personen in unserem Land dauernd ihr Smartphone. Der medizinische Einfluss ist heute nicht messbar. Und doch! Ein Lehrer berichtete mir neulich, dass die Schüler nervös, kribbelig und unaufmerksam würden, wenn der erste Schnee im Anzug sei. Kurz vor einem drohenden Gewitter nimmt mich eine unerklärliche Nervosität gefangen. Wenn Blitz und Donner dann verzogen sind, komme ich mir regelrecht geläutert vor. Eine Nachbarin hat eine Methode, beim Hütedienst ungeduldig und störend gewordene Enkel zur Räson zu bringen. Sie schickt sie barfuss in den Garten auf den Rasen. Die «Jungen erden», nennt sie das. Früher brauchte jedes Radio eine Erdung. Warum nicht auch die Kinder so zu Ruhe bringen? Es braucht eine halbe Stunde bis die Rasselbande sich in wohlerzogene, folgsame Kinder, welche der Grossmutter aufs Wort folgen, verwandelt hat.

Der Lützelsee ist in eine grosse Weidelandschaft eingebettet. Ich werfe die letzten Kiesel ins Wasser. Ziehe meine Schuhe und meine Socken aus und laufe langsam barfuss zu meinem Auto. Die Heimfahrt über farbige Haine und Auen gestaltet sich so entspannt wie bei einem Sonntagsspaziergang.

An der Erdung des Menschen muss doch etwas dran sein.

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Vagues

L’automne est particulièrement radieux cette année. Les forêts changent leurs couleurs.

La palette de couleurs passe du vert foncé au vert clair, au vert orangé et au jaune doré. Le lac de Lützel, un petit lac situé dans les contreforts des Alpes près de Hombrechtikon, est lisse comme du verre face à cette explosion de couleurs. Un tableau que Spitzweg n’aurait pu peindre plus somptuement. Un ciel bleu d’acier, une forêt de jaunes-verts entremêlés et une surface d’eau parfaitement immobile. Je reste là, sidéré, quelques cailloux dans ma main gauche. Je ne peux pas m’en empêcher. Je suis à nouveau le petit garçon jetant des cailloux sur la surface de l’eau. La nature morte prend vie. La perspective change. Des vagues concentriques confluent vers le rivage. Les cercles deviennent de plus en plus grands. Jusqu’à ce que, fatigués, ils s’effondrent. La surface de l’eau se lisse à nouveau et scintille au soleil.

Mon portable tintinnabule et m’arrache de cette idylle romantique. C’est dérangeant. Une photo s’affiche à l’écran. Une pizza sur la Piazza de Locarno. La façon moderne de dire “bon appétit” lors d’un voyage de vacances. Agacé, je pose mon portable et jette immédiatement deux pierres dans l’eau. Une image complètement nouvelle se constitue. Deux cercles d’ondes se déplacent l’un vers l’autre. Ils se chevauchent et forment un motif, comme une nappe à carreaux tendue sur une grande sphère. C’est certes impressionnant, mais la joie d’auparavant s’est estompée. Mon petit téléphone s’est imposé avec agacement et m’entraîne mentalement dans un tout autre monde d’ondes et de vibrations.

J’utilise des téléphones portables depuis 1985. A cette époque, c’était le réseau G1/B. Le téléphone était tout sauf mobile. Le combiné avec microphone était aussi gros qu’une miche de pain d’un kilo. La partie émission et réception remplissait juste la moitié de la malle arrière. L’équipement pesait plus de 15 kilos. Je ne pouvais passer des appels téléphoniques que depuis la voiture. Il y avait peu d’antennes le long de l’autoroute. Les appels étaient souvent interrompus. L’ensemble de l’installation coûtait plus qu’un billet de passage pour une croisière aux Caraïbes. Inconcevable aujourd’hui à l’ère du smartphone. À l’époque, c’était le nec plus ultra de la technologie et m’avait beaucoup assisté dans la réalisation de mon travail. Lors des nombreux déplacements qu’exigeait mon emploi, je pouvais utiliser le temps passé dans ce bureau itinérant aussi efficacement que si j’avais été assis à mon bureau. A la condition que la voiture fut conduite par un chauffeur.
Environ 5000 connexions sans fil de ce type étaient utilisées en Suisse. C’était la naissance de la technologie du téléphone mobile. Aujourd’hui, près de 40 ans plus tard, en Suisse, sur dix personnes, neuf utilisent un téléphone portable. Pour que tout le monde puisse communiquer entre eux en même temps, il faut un réseau national de radiocommunications mobiles. Avec l’expansion du 5G, cet objectif sera bientôt atteint. De Reckingen à Moutier, chacun pourra passer des appels téléphoniques, envoyer des messages et y ajouter des photos. Tout fonctionne par radio, tout avec des ondes électromagnétiques. Tout comme le téléviseur, qui s’allume à l’aide d’une télécommande. Tout comme la lumière électrique sur le parvis de la maison, qui est éclairée par un détecteur de mouvement. La porte d’entrée de la COOP qui s’ouvre lorsque quelqu’un s’approche. La musique m’arrive aussi par vagues dans mes écouteurs. L’imprimante, le clavier et la souris ne savent plus ce qu’est une salade de câbles.
Il y a seulement deux ou trois décennies, la plupart des informations étaient transmises par des fils de cuivre. Aujourd’hui, presque tout se fait par radio. Si ces vagues invisibles étaient des vagues d’eau, nous serions désespérément submergés. Sans compter que les organes sensoriels importants comme les oreilles et les yeux ont toujours dépendu des vibrations. La plupart de ces ondes sont peu nocives pour notre organisme. Mais il y en a qui ne sont pas si anodines. Lors de la lutte contre les tumeurs cancéreuses, non seulement la tumeur, mais aussi les cellules saines avoisinantes de l’organisme sont lésées. En outre, le corps humain ne doit pas être exposé trop longtemps aux rayons X lors de l’examen d’organes malades. Les retombées radioactives sont dangereuses. Cela a été visiblement démontré à Tchernobyl, de nombreux hectares de sol fertile sont rendus inutilisables pendant des décennies. La bonne nouvelle est la suivante: nous pouvons assumer que la science et la médecine se mettent à jour en ce qui concerne l’exposition du corps humain aux rayonnements. En attendant, il est impossible d’imaginer une vie sans les bienfaits des oscillations électromagnétiques. En médecine, on guérit les tumeurs. Les poumons sont radiographiés. Nous sommes entourés de vagues depuis très longtemps. Les ondes radio sont apparues dès le début du 19e siècle. Elles ont permis d’échanger des informations sans fil avec des navires, des avions et des ballons. La mobilité mondiale avait ainsi commencé.

Il n’y a pas si longtemps, les médias ont fait état de risques possibles pour la santé liés au rayonnement des ondes. Nous ne savons pas exactement comment les ondes radio affectent l’organisme humain. Aujourd’hui, 90 % des habitants de notre pays utilisent leur smartphone en permanence. L’influence médicale n’est pas encore mesurable aujourd’hui. Et pourtant! Un enseignant m’a récemment confié que les élèves deviennent nerveux, fébriles et inattentifs à l’approche des premières neiges. Juste avant un orage imminent, une nervosité inexplicable s’empare de moi. Quand le tonnerre et les éclairs ont passés, je me sens carrément clarifié. Une voisine a trouvé une méthode pour mettre au pas ses petits-enfants devenus impatients et perturbateur lors de la garde. Elle les envoie pieds nus dans le jardin sur la pelouse. Elle appelle ça „mettre les garçons à la masse“. Dans l’ancien temps, chaque radio avait besoin d’une mise à la terre. Pourquoi ne pas tranquilliser les enfants de la même manière? Il faut une demi-heure pour que les chenapans se transforment en gosses bien élevés et obéissants qui suivent leur grand-mère à la lettre.
Le lac de Lützel est encastré dans un vaste paysage de pâturages. Je jette les derniers cailloux dans l’eau. J’enlève mes chaussures et mes chaussettes et je marche lentement, pieds nus, jusqu’à ma voiture. Le trajet du retour à travers des bosquets et des prairies colorés est aussi détendu qu’une promenade dominicale.

Il doit bien y avoir quelque chose à la mise à terre.

 

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Schreibstau

Sie kennen das, liebe Leserin. Vor Ihnen liegt ein leeres Blatt Schreibpapier. Gleissend weiss starrt es Sie an. Sie sollten einen Dankesbrief, eine Kondolenz oder einen Bericht verfassen. Ihnen fällt nicht das richtige Wort ein. Jeder Gedanke wird verworfen. Zu langweilig, zu kitschig, bloss eine Worthülse. Nichts geht. Das Blatt bleibt leer. Auf dem Notizbock daneben mehren sich Strichmännchen und Kritzeleien. Auch Sie, lieber Leser, haben das schon erlebt. Der erste Satz will nicht gelingen. Vor ihnen werden Sie immer noch vom gähnenden Vakuum hypnotisiert. Das nervt.

Genau so geht es mir heute! Dass auch Jack London solche Staus hatte, tröstet mich wenig. Es ist kein Stau. Es stehen keine Autos im Wege. Der Tank ist voll, der Akku geladen. Es ist der Anlasser. Der Motor lässt sich nicht starten. Kein Kontakt. Immer noch die Plage eines unbeschriebenen Papiers. So geht das nicht. Ich brauche einen Kaffee. Es ist kein Stau, es ist eine Blockade.

Zwei Tage später.

Wieder sitze ich am Schreibtisch vor meinem Gespenst, dem Blatt. Noch kein Buchstabe hat sich darauf verirrt. Spöttisch aggressiv starrt es mich an. Dann passiert es. Weg sind alle Bedenken. Weg der ganze psychische Terror. Sanft und liebevoll umschmeichelt es mich: «Schreib mich voll!» Unbemerkt verstreicht die Zeit. Meine Feder übereilt sich. Pegasus, das geflügelte Pferd des Meeresgottes Poseidon, das Dichterross entführt mich. Alles läuft wie geschmiert.
Warum ist dem so? Warum kam es zu diesem Phänomen,  nicht in der Lage zu sein schreiben zu können? Die Ideen blieben weg. Es war nicht mein Tag. Ich hatte keine Lust. Vorgestern war nur schon der Gedanke etwas zu schreiben: eine Qual. Der Kaffee hatte gutgetan. Noch besser getan hat mir das Nichtstun in diesen Tagen. Gar nichts tun. Einfach in den Tag hineingelebt. Alltäglichkeiten erledigt. Den Schreibstau verdrängt. Da gesessen bin ich und habe den Gedanken freien Lauf gelassen. Der Tank war eben doch leer. Durch nichts tun hat er sich von selbst wieder aufgefüllt. Weg war die Blockade.
Als ich noch ein kleiner Junge war, musste ich oft hören: «Müssiggang ist aller Laster Anfang.» In der Umgangssprache besitzt der Müssiggang eine negative Konnotation. In der Regel meint man Faulheit damit. In der christlichen Theologie zählt Trägheit sogar zu den sieben Hauptlastern.
Ich finde «Nichts tun ist Dünger für den Geist.» Und Sören Kierkegaard meinte: «An sich ist Müssiggang nicht eine Wurzel allen Übels, sondern im Gegenteil ein geradezu göttliches Leben, solange man sich nicht langweilt.»

Hurra, ich kann wieder schreiben. Jetzt vom neuen Schwung Gebrauch machen. Jetzt das Feuer ausnützen. Sofort die herbeifliegenden Gedanken festhalten:
Jetzt kommt der geplante Blog!

Kleinigkeiten
Es sind die kleinen Dinge, die das Leben so richtig schön machen.

Ein weiches Ei zum Frühstück.
Ein doppelter Regenbogen am Firmament.
Der Besuch der Katze des Nachbarn.
Ein lieber Kuss.
Eine reife Birne im Baumgarten stibitzen.
Das Lachen einer Enkelin.
Ein guter Gedanke, der weiterführt.
Der Gesang einer Amsel.
Ein vierblättriges Kleeblatt im Rasen.
Ein freundlicher Gruss auf dem Heimweg.

Die kleinen Dinge sind Vitamine für die Seele. Seit jüngsten Jahren begleiten mich diese Feinheiten. Mein ganzes Leben habe ich diese vitalen Notwendigkeiten für mich gewürdigt. Allerdings ohne, dass ich ihnen grosse Aufmerksamkeit geschenkt hatte.
Eher wie man beim Essen Vitamine zu sich nimmt, ohne viel über die Bedeutung ihres Wirkens nachzudenken. Die Bedürfnisse der Seele bleiben, wenig sichtbar, im Hintergrund. Für unser Wohlbefinden wirken da zwei Beteiligte, der Geist und der Körper. Jeder will seinen Anteil. Beide brauchen Nahrung. Der Körper die Lebensmittel. Der Geist die kleinen Dinge. Bei diesem Wettbewerb ist der Körper im Vorteil. Wenn ihm an Nahrung fehlt, meldet er Hunger. Der Geist hingegen macht sich nicht so unmissverständlich bemerkbar. Wenn ihm etwas mangelt, meldet er sich – zum Beispiel – mit schlechter Laune.  Bei diesem Zusammenspiel von Energie und Gemüt spielt der Geist die führende Rolle. Er ist es, der das Ganze steuert. in der Regel sorgt er dafür, bei Laune zu bleiben. Das gelingt nicht immer. Die üble Laune geht auf den Körper über. Aber wer ist schon gerne mieser Laune? Wer liebt es schon, an Schreibstau zu leiden?
Wenn es seelisch ungemütlich wird, gibt es eine gute Medizin.

Bediene Dich der kleinen Dinge.
Koche Dir ein weiches Ei

 

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Blocage de l’écriture

Vous connaissez bien cette situation, cher lecteur. Une feuille de papier vierge placée devant vous. D’un blanc étincelant, elle vous regarde fixement. Vous devriez écrire une lettre de remerciement, de condoléances ou un rapport. Et vous ne trouvez pas les mots justes. Chaque nouvelle pensée est rejetée. Ou trop ennuyeux, ou trop cucul, ou une expression vide de sens. Rien ne fonctionne. La page reste blanche. Sur le bloc-notes d’à côté, des bonshommes bâtonnés et des gribouillages s’accumulent. Vous, cher lecteur, avez certainement également vécu cette expérience. Cette première phrase qui ne veut pas accoucher. Vous êtes hypnotisé par ce vide béant qui vous fixe. C’est exaspérant.

C’est exactement ce que je ressens aujourd’hui! Et le fait que Jack London ait également connu de tels embouteillages ne me console guère. Ce n’est pas un bouchon. Il n’y a pas de voitures sur la route. Le réservoir est plein, la batterie est chargée. C’est le démarreur. Le moteur ne veut pas démarrer. Aucun contact. Toujours encore le fléau d’une feuille blanche. Ça ne marche pas comme ça. J’ai besoin d’un café. Ce n’est pas un embouteillage, c’est un blocage.

Deux jours plus tard.

À nouveau, je m’assieds à mon bureau devant mon spectre, la page. Pas une seule lettre ne s’y est encore égarée. Elle me regarde d’un air insolent et agressif. Puis, tout d’un coup, ça se produit. Tous les états d’âme se sont dissipés. La terreur psychologique a disparu. Doucement et tendrement, cela me cajole: “Ecris-moi!” Le temps passe sans qu’on le remarque. Ma plume est pressée. Pégase, le cheval ailé du dieu de la mer Poséidon, le coursier du poète m’emporte. Tout s’imbrique comme sur des roulettes.
Pourquoi en est-il ainsi? Pourquoi ce phénomène d’impossibilité d’écrire est-il apparu? Les idées sont restées à l’écart. Ce n’était pas mon jour. Je n’en avais pas envie. Avant-hier, à la seule pensée d’écrire quelque chose, cela devenait une torture. Le café m’avait fait du bien. Ce qui m’a fait encore plus de bien, c’est de ne rien faire ces jours-ci. Ne rien faire du tout. Vivre au jour le jour. Faire des choses quotidiennes. J’ai ainsi refoulé le bouchon d’écriture. Je me suis assis là et j’ai laissé libre cours à mes pensées. Le réservoir était quand même vide après tout. En ne faisant rien, il s’est rempli de soi-même. Le blocage a disparu.

Quand j’étais un petit garçon, j’ai souvent dû entendre: “L’oisiveté est l’origine de tous les vices.” Dans le langage courant, l’oisiveté possède une connotation négative. Cela signifie généralement la paresse. Dans la théologie chrétienne, l’oisiveté est même considérée comme étant un des sept péchés capitaux.
Je trouve que “ne rien faire est un engrais pour l’esprit”. Et Sören Kierkegaard estimait: “En soi, l’oisiveté n’est pas la racine de tous les maux, mais au contraire une vie quasi divine, tant que l’on ne s’ennuie pas.”
Hourra, je peux à nouveau écrire. Maintenant, il faut profiter de ce nouvel élan. Maintenant, utiliser ce feu. Saisir immédiatement les pensées qui s’envolent :
Voici maintenant le blog prévu !

 

Bagatelles
Ce sont les petites choses qui rendent la vie vraiment agréable.

Un œuf mollet au petit-déjeuner.
Un double arc-en-ciel au firmament.
La visite du chat du voisin.
Un doux baiser.
Chiper une poire mûre dans le verger.
Le rire d’une petite-fille.
Une bonne pensée qui s’enchaîne.
Le chant d’un merle.
Un trèfle à quatre feuilles dans la pelouse.
Un salut amical sur le chemin du retour.

Les bagatelles sont des vitamines pour l’âme. Depuis mes plus tendres années, ces subtilités m’accompagnent. Toute ma vie, j’ai valorisé ces nécessités vitales. Cependant, sans y prêter une grande trop grande attention.
Un peu comme si on prenait des vitamines en mangeant, sans trop réfléchir à l’impact de leur effet. Les besoins de l’âme restent, à peine visibles, en arrière-plan. Pour notre bien-être, il y a deux parties impliquées, l’esprit et le corps. Chacun veut sa part. Les deux ont besoin d’être nourris. Le corps a besoin de nourriture. L’esprit des petites choses. Dans cette compétition, le corps a un avantage. Lorsqu’il manque de nourriture, il annonce sa faim. L’esprit, en revanche, ne se fait pas remarquer de manière aussi évidente. S’il lui manque quelque chose, il se manifeste – par exemple – par une mauvaise humeur. L’esprit joue le rôle principal dans cette interaction entre l’énergie et le moral. C’est lui qui contrôle tout et qui, en règle générale, veille à ce que nous restions de bonne humeur. Cette démarche n’est pas toujours couronnée de succès. La mauvaise humeur se transmet au corps. Mais qui aime être de mauvaise humeur? Qui aime souffrir du syndrome de la page blanche?
Lorsque les choses deviennent mentalement inconfortables, il existe un bon médicament.

Faites-vous plaisir avec des petites choses.
Cherchez un trèfle à quatre feuilles dans votre pelouse.

 

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Stephanie

In Leuk sass Grand’maman in ihren Louis XVI-Sessel beim Café noir. Auf dem ovalen Tischchen dampfte neben einer Schale Würfelzucker eine Tasse Kaffee. «Kaffee muss süss sein wie die Liebe, heiss wie die Hölle und schwarz wie die Nacht». Das war die Definition ihres Café noir. Dazu gehörte ein Canard. Die elegante Art, wie die Dame von Welt Brandwein zu sich nimmt. Ein Würfelzucker wird mit dem Feuerwasser getränkt und anschliessend auf der Zunge genussvoll zerlassen. Einfach köstlich. Dazu zierten ein kleines Schnapsglas und eine Flasche Marc aus Onkel Ferdis Keller das Stillleben. Ein Päckchen «Laurent vert», die halbrunde elegante Damenzigarette aus Ägypten, vervollständigte die Installation. Die Sonne stand schon tief. Ihre Strahlen brachten die Gläser auf dem Tisch zum Glitzern. Diese Ruhepause nach den Arbeiten des Vormittags, Kaffee, Schnaps und Zigarette liess sich meine Grossmutter nie entgehen. Es war ein Ritual, das zu ihrem Leben gehörte, wie das Zähneputzen am Morgen oder das Nachtgebet am Abend. Diese «kreative Pause» wie Grand’maman diese Gewohnheit nannte, liess sie nie aus. Täglich, ob Werktag oder Sonntag, wurde diesem Kult gehuldigt. In der Hand hielt sie einen Brief ihres Schwiegersohns Marcel aus Neuenburg. Regelmässig wurden auf diesem Weg die Familiennachrichten ausgetauscht und die Altersvorsorge geregelt. Neben dem Kaffeegeschirr lagen zwei Hundertfrankenbanknoten auf dem Tisch. Sie waren dem Schreiben beigefügt. Die Kinder, meine Onkel und Tanten, hatten vereinbart, auf diese unkomplizierte Art den Haushalt in Leuk über Wasser zu halten.

In Neuenburg stand Onkel Marcel im Labor seiner Apotheke. Er war dabei, eine stark verdünnte Lösung für homöopathische Verwendung herzustellen. Messkolben und Pipetten lagen bereit. Sorgfältig wurde die Arbeit ausgeführt. Mehr als die Hälfte des Tages verbrachte er hier, im Arzneimittelgeschäft, welches sein Vater im letzten Jahrhundert gegründet hatte. Er liebte seinen Beruf, er betreute mit Fürsorge seine Kunden. Die Pharmacie de l’Orangerie war eine Institution in der Stadt. Es war das Geschäft, wo die Nachbehandlung der ärztlichen Kunst ihre Fortsetzung fand. Neben den auf Rezepten verschriebenen Arzneien  standen den Kunden viele Produkte aus dem eigenen Betrieb zum Verkauf. Pillen, Salben, Tabletten und Tinkturen der Pflanzenheilkunde und der Homöopathie, von Marcel persönlich hergestellt, fanden reges Interesse. Die Patienten fanden nicht nur die notwendige Medizin für die Heilung ihrer Gebrechen. Sie wurden kompetent beraten. Für jeden hatte er ein aufmunterndes Wort, erteilte er Ratschläge, tauschte er mit höchster Diskretion Nachrichten und Neuigkeiten aus. Diese Apotheke gehörte zur Stadt wie die Uhrenhochschule und der Jachthafen. Sie war die gesellschaftliche Drehscheibe des Lebens von Neuchâtel.

Als ich abends in die Küche trat, hatte Stephanie eben den Zvieri genossen. Bei Brot mit Butter und selbsthergestellter Aprikosenkonfitüre und Tee berichtete Grand’maman vom Brief aus Neuenburg. «Herr Marcel braucht wilden Thymian, Knabenkraut und Seidelbast». Stephanie nahm die Bestellung mit einem Kopfnicken entgegen und murmelte: «Nächste Woche auf die Post». Stephanie vertrat das Symbol des klassischen Hutzelweibchens aus dem Wallis. Einzig die Tabakpfeife fehlte. Sie war immer schwarz gekleidet. Sie trug immer ein Kopftuch. Böse Zungen behaupteten, sie hätte zur Ersten Kommunion den ersten schwarzen Rock erhalten. Zur Firmung kam der Zweite darüber und später, als sie volljährig wurde, der Dritte. Stephanie kam und ging in unserem Haushalt ein und aus. Sie hatte die Gabe, immer anwesend zu sein, wenn sie gebraucht wurde. Sie ging jedermann zur Hand, wenn es um das Vorbereiten und Servieren der Speisen ging. Sie kam geräuschlos und verschwand wieder ungehört. Die treue Seele der Familie. Damals schon eine selbstständige Frau voller Tatendrang und Weisheit.
Wenn sie da war, gesellte ich mich gerne zu ihr an den Küchentisch. Wir verstanden uns gut, und sie hatte mich ins Herz geschlossen. Ich vernahm so, was in Leuk passierte. Ihre Erzählungen waren von Lebensweisheiten durchzogen. «Hartes Brot ist nicht hart, kein Brot ist hart». Stephanie verkehrte in verschiedenen Familien. Sie half in den Reben. Assistierte der Hebamme. Ging einkaufen für die Herrschaft. Brachte Briefe auf die Post. Und sie sammelte Heilkräuter. Da war sie so richtig in ihrem Element. Da war sie zuhause. Da war sie die Expertin der Stadt. Niemand kannte die medizinische Wirkung der Stauden und Gräser besser als sie. Ein Erbe der Familie Ambühl, der sie angehörte. Sie kannte alle Heilpflanzen und wusste von allen deren Standort. Bisweilen lagen sie und der Stadtarzt Dr. Bayard  sich in den Haaren. Ihm gefiel es nicht, dass jemand ihm ins Handwerk pfuschte. Dabei wollte Stephanie nur helfen, Schmerzen lindern, den Heilungsprozess beschleunigen. Über die Wirksamkeit der Naturstoffe auf den menschlichen Körper wusste sie Bescheid. Ein junger Vetter von ihr hatte einmal den Arm gebrochen und lief mit einem Gips herum. Nach drei Wochen entfernte Stephanie den Gipsverband, tastete die Bruchstelle ab, rieb dort eine von ihr selbst hergestellten Salbe ein und befahl dem Jungen den Arm nicht zu gebrauchen und ihn tagsüber immer von der Sonne bestrahlen zu lassen. Zwei Wochen später ging der Neffe wieder seiner Arbeit nach. (Irgendwie verstehe ich heute, dass das dem Doktor nicht gefiel).

Onkel Marcel hatte einmal beim einem Ferienbesuch in Leuk Stephanie und ihr Wissen über Heilkräuter kennen gelernt. Er war sehr beeindruckt von ihren Kenntnissen. Sie wurde zur Lieferantin der Pharmacie de l’Orangerie für Heilpflanzen. Leider beherrschte Onkel Marcel die deutsche Sprache sehr schlecht. In seinen regelmässigen Briefen nach Leuk brachte er seine Bestellung ein. Grand’maman übersetzte sie mündlich, wenn Stephanie in der Nähe war. Innert vierzehn Tagen waren die Pflanzen auf der Post. Eine Woche später erhielt Stephanie die Bezahlung für ihre Bemühungen in einem Briefumschlag per Post. Der Begleitbrief wurde wiederum in unserer Küche auf Deutsch übersetzt vorgelesen. So funktionierte das erste Exportgeschäft der KMU Stephanie. Sehr unkompliziert. Keine Buchhaltung, keine Geschäftskorrespondenz. Alles auf Vertrauensbasis. Es wurde Wort gehalten.
Das Wirtschaftsleben in der kleinen Stadt war, verglichen mit heute, sehr einfach und trotzdem effizient. Alle waren für alle da. Wenn Not am Mann war, wurde geholfen. Für alle anfallenden Arbeiten gab es Spezialisten. Einer konnte besonders gut Trockenmauern in den Reben bauen. Die meisten verstanden etwas vom Weinbau. Jede Hausfrau wusste die beste Marmelade zu kochen und die leckersten Hauswürstchen herzustellen. Sogar die Katze hatte in dieser Wirtschaft ihren Platz und ihren Auftrag. Sie entsorgte die Ratten und Mäuse. Die Ökonomie funktionierte. Jeder lieferte einen Beitrag zum Zusammenleben im Städtchen. Bargeld brauchte es wenig. Ein Handschlag galt mehr als der schönste Vertrag des besten Notars. Es brauchte keine schriftlichen Bestätigungen. Das Wort galt. Und man stand zum Wort. Meistens. Wer etwas Unlauteres tat, wurde vom Familienvorstand in die Schranken gewiesen.
Bei uns war das unbestritten Grand’maman. Sie war die unangefochtene Chefin im Haus. Ihre Anweisungen wurden ohne Widerrede, ohne Diskussion und ohne Murren ausgeführt. Es gab keine Missverständnisse oder Ausreden, denn sie war klar. Sie hatte einfache Prinzipien. Die galten mehr als die Zehn Gebote Gottes. Und sie nutzte ihre Vormachtstellung nie aus. Sie war die natürliche Autorität.

Schöne heile Welt, damals?
Natürlich nicht.

Der Mensch von damals war ähnlich veranlagt wie heute. Viele nahmen es nicht so genau mit Anstand, Fairness, Wahrhaftigkeit, Rücksichtnahme und Treue. Wie heute eben auch. Nur eines war damals besser.
Es herrschte mehr Freiheit.
Alle hatten mehr persönlichen Gestaltungsraum. Dazu gesellte sich eine selbstverständliche Toleranz. Über kleine Ungereimtheiten ging man hinweg. Drückte ein Auge zu. Liess fünf gerade sein.
Das Leben war weniger kompliziert als heute. Das Allermeiste spielte sich in Leuk selbst ab. Nur ganz wenige Bewohner verliessen ab und zu die Stadt. Abends waren alle wieder zuhause. Das Exportgeschäft von Stephanie war eine grosse Sache, eine Ausnahme. Es passte gar nicht so richtig in diese Kleinräumigkeit hinein. Es kam daher wie heute ein Handelsvertrag mit Dänemark.

Auch im Leuk von damals war es schon anspruchsvoll, mit der Freiheit anständig umzugehen. Freiheit kann Gutes wie Böses zur Folge haben. Damit es gut geht, braucht es Spielregeln, an die sich alle halten. Im kleinen Raum Leuk wurde die Einhaltung dieser Regeln von der Bevölkerung übernommen. Jeder kannte jeden. Jeder kontrollierte jeden. Das sorgte für Ruhe und Ordnung, hatte aber nicht nur Vorteile.Es kommt darauf an, wie viel Verantwortung der Einzelne zu übernehmen gewillt ist.

Zu meiner Zeit in Leuk wurde diese Verantwortung von den Erwachsenen getragen. Unter ihnen gab es ein paar weise Männer. Die hatten mit ihrem Vorbild die Balance zwischen Gut und Böse zu Gunsten des Guten, zum Wohle der Gesamtheit, im Griff. Sie waren die ungekrönten Häuptlinge. Ihre Stellungnahmen wurden befolgt. Sie hatten Autorität. Sie sorgten für ein geruhsames Leben. Eine Art Schattenkabinett.

Freiheit ist eben nicht trivial!

 

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Stéphanie

A Loèche, Grand’maman prenait son café noir, installée dans son fauteuil Louis XVI. Une tasse de café fumait sur la table ovale à côté d’un bol de morceaux de sucre. “Le café doit être doux comme l’amour, chaud comme l’enfer et noir comme la nuit”. C’était sa définition du café noir. Il incluait aussi un canard. La manière élégante pour une dame du monde de se prendre un petit alcool. Un morceau de sucre trempé dans l’eau de vie fonds finalement sur la langue avec délectation. Tout simplement délicieux. Un petit verre de schnaps et une bouteille de marc provenant de la cave de l’oncle Ferdi complétaient cette nature morte. Un paquet de “Laurent vert”, l’élégante cigarette oblongue d’Égypte pour dames, complétait l’installation. Le soleil était déjà bas. Ses rayons scintillaient dans les verres sur la table. Ma grand-mère ne manquait jamais ce repos après le travail du matin, café, schnaps et cigarette. C’était un rituel qui faisait partie intégrale de sa vie, comme se brosser les dents le matin ou prier le soir. Elle n’omettait jamais cette “pause créative”, comme Grand’maman appelait cette habitude. Chaque jour, en semaine ou dimanche, ce culte était vénéré.
Dans sa main, une lettre de son gendre Marcel de Neuchâtel. Les nouvelles de la famille étaient régulièrement échangées de cette manière, tout comme les dispositions prises concernant la retraite. Deux billets de cent francs étaient posés sur la table à côté du service à café. Ils étaient joints à la lettre. Les enfants, mes oncles et mes tantes, avaient convenu de maintenir à flot le foyer de Loèche de cette manière simple.

À Neuchâtel, l’oncle Marcel se tenait dans son laboratoire pharmaceutique. Il était en train de préparer une solution très diluée pour un usage homéopathique. Les fioles jaugées et les pipettes étaient prêtes. Les travaux étaient réalisés avec soin. Il passait plus de la moitié de la journée ici, dans sa boutique de médicaments que son père avait fondé le siècle dernier. Il aimait son travail, il s’occupait de ses clients avec attention. La Pharmacie de l’Orangerie était une institution dans la ville. C’était le magasin où le suivi de l’art médical trouvait sa continuation. Outre les médicaments prescrits sur ordonnance, de nombreux produits issus de la production propre du magasin y étaient proposés à la vente. Les pilules, onguents, comprimés et teintures phytothérapiques et homéopathiques, manufacturés par Marcel lui-même, suscitaient un vif intérêt. Les patients n’y trouvaient pas seulement les médicaments nécessaires à la guérison de leurs maux, mais y recevaient aussi des conseils compétents. Pour chacun, il avait un mot d’encouragement, lui prodiguait des conseils, échangeait des nouvelles et des mises à jour avec la plus grande discrétion. Cette pharmacie appartenait à la ville comme l’école horlogère ou le port de plaisance. C’était le centre social de la vie neuchâteloise.

Quand je suis entré dans la cuisine le soir, Stéphanie venait de déguster son goûter. Autour d’un pain beurré avec une confiture d’abricots maison et d’un thé, Grand’maman faisait un compte-rendu de la lettre de Neuchâtel. “M. Marcel a besoin de thym sauvage, d’orchis et de daphné”. Stéphanie pris note de la commande d’un hochement de tête et murmura : “Au courrier la semaine prochaine”. Stéphanie représentait le classique symbole des femmes flétries du Valais. N’y manquait plus que la pipe à tabac. Elle était toujours vêtue de noir. Elle portait toujours un foulard. Des langues malveillantes prétendaient qu’elle avait reçu sa première jupe noire lors de sa première communion, la deuxième pour sa confirmation et la troisième quand elle a eu atteint la majorité. Stéphanie était en constant va-et-vient dans notre maison. Elle avait le don d’être toujours présente quand on avait besoin d’elle. Elle allait aider tout le monde lorsqu’il s’agissait de préparer et servir les repas. Elle apparaissait sans bruit et disparaissait à nouveau sans qu’on l’entende. L’âme fidèle de la famille. Déjà à l’époque, c’était une femme indépendante, tonique et pleine de sagesse.

Quand elle était là, j’aimais la rejoindre à la table de la cuisine. Nous nous entendions bien, et elle m’avait pris d’affection. Je pouvais ainsi prendre des nouvelles de ce qui se passait à Loèche. Ses histoires étaient brodées de sagesse. “Le pain dur n’est pas dur, pas de pain c’est dur”. Stéphanie fréquentait diverses familles. Elle aidait dans les vignes. Assistait la sage-femme. Faisait les courses pour ces messieurs-dames. Portait les lettres à la poste. Et collectait les herbes médicinales. C’est là qu’elle était vraiment dans son élément. C’était son bercail. Elle était l’experte de la ville. Personne ne connaissait mieux qu’elle les effets médicinaux des plantes vivaces et des herbes. Un héritage de la famille Ambühl, à laquelle elle appartenait. Elle connaissait toutes les plantes médicinales et savait où les trouver. Parfois, elle et le médecin de la ville, le Dr Bayard, étaient en conflit. Il n’aimait pas que quelqu’un interféra dans son travail. Stéphanie voulait seulement aider, soulager la douleur, accélérer le processus de guérison. Elle connaissait l’efficacité des substances naturelles sur le corps humain. Un de ses jeunes cousins s’était un jour cassé le bras et se promenait avec un plâtre. Au bout de trois semaines, Stéphanie a enlevé le plâtre, palpé la fracture, appliqué une pommade, qu’elle avait fabriquée elle-même, et ordonné au garçon de ne pas utiliser le bras et de toujours le laisser au soleil pendant la journée. Deux semaines plus tard, le neveu est retourné à son travail. (D’une certaine manière je comprends aujourd’hui, que le médecin ne goûtait pas cela).

L’oncle Marcel avait eu l’occasion de faire connaissance de Stéphanie et son savoir en matière d’herbes médicinales lors d’une visite de vacances à Loèche. Il fut très impressionné par ses connaissances. Elle devient le fournisseur de plantes médicinales de la Pharmacie de l’Orangerie. Malheureusement, l’oncle Marcel maîtrisait très mal la langue allemande. Dans ses régulières lettres à Loèche, il passait ses commandes. Grand’maman les traduisait oralement, quand Stéphanie était présente. En l’espace de quinze jours, les plantes étaient livrées par poste. Une semaine plus tard, Stéphanie recevait le paiement de ses efforts dans une enveloppe. La lettre d’accompagnement était à nouveau lue dans notre cuisine, traduite verbalement en allemand. C’est ainsi que la première entreprise d’exportation de Stéphanie fonctionnait. Très simple. Pas de comptabilité ni correspondance commerciale. Tout était basé sur la confiance. La parole tenue.

La vie commerciale dans cette petite ville était, comparée à aujourd’hui, très simple et pourtant efficace. Tout le monde était là pour tout le monde. S’il y avait un quelconque besoin, l’aide était apportée. Il y avait des spécialistes pour toutes sortes de travaux. L’un d’eux était particulièrement doué pour construire des murs de pierraille dans les vignes. La plupart d’entre eux étaient expérimentés en viticulture. Toutes les ménagères savaient comment faire les meilleures confitures et confectionner les plus délicieuses saucisses faites maison. Même le chat avait sa place et son travail dans cette économie. Il nous débarrassait des rats et des souris. L’économie fonctionnait. Chacun contribuait à la vie communautaire de la petite ville. Il y avait peu de besoin d’argent liquide. Une poignée de main comptait plus que le plus mielleux contrat du meilleur notaire. Aucune confirmation écrite n’était requise. La parole était le lien. Et les gens tenaient parole. La plupart du temps. Quiconque se permettait quelque chose de pas trop propre était remis à sa place par le chef de famille.

Pour nous, c’était incontestablement Grand’maman. Elle était la patronne évidente de la maison. Ses instructions étaient exécutées sans discussion aucune et sans ronchonnement. Il n’y avait pas eu de malentendus ou d’excuses parce qu’elle était claire. Elle avait des principes simples. Ils comptaient plus que les dix commandements divins. Et elle n’a jamais profité de sa suprématie. Elle était l’autorité naturelle.

Un monde parfait à l’époque ?

Bien sûr que non.

Les gens de cette époque étaient d’une disposition similaire à ceux d’aujourd’hui. Beaucoup ne prenaient pas très au sérieux la décence, l’équité, la sincérité, la considération et la loyauté. Tout comme aujourd’hui. Une seule chose était mieux à l’époque.

Il y avait plus de liberté.

Chacun avait plus de liberté personnelle. Il y avait aussi une tolérance naturelle. Les gens ignoraient les petites incohérences. Ils fermaient un œil. Prenaient les choses pour ce qu’elles sont.
La vie était moins compliquée qu’aujourd’hui. La plupart des choses se passaient à Loèche même. Seuls quelques résidents quittaient la ville de temps en temps. Le soir, tout le monde était de retour à la maison.
L’entreprise d’exportation de Stéphanie était une grosse affaire, une exception. Il ne s’intégrait pas vraiment dans cette économie à petite échelle. C’était un peu comme un accord commercial avec le Danemark aujourd’hui.

Même dans le Loèche de cette époque, c’était déjà exigeant de traiter la liberté de manière décente. La liberté peut conduire à la fois au bien et au mal. Pour que tout se passe bien, il faut des règles du jeu que tout le monde respecte. Dans la petite région de Loèche, le respect de ces règles tenait de la responsabilité de toute la population. Tout le monde connaissait tout le monde. Tout le monde contrôlait tout le monde. Cela garantissait la paix et l’ordre, mais cela n’avait pas que des avantages.
Cela dépend du degré de responsabilité que l’individu est prêt à assumer.

Pendant mon séjour à Loèche, cette responsabilité était assumée par les adultes. Il y avait quelques sages parmi eux. Par leur exemple, ils ont fait pencher la balance entre le bien et le mal en faveur du bien, pour le bien de l’ensemble. Ils étaient les chefs non couronnés. Leurs avis étaient suivis. Ils avaient l’autorité. Ils offraient une vie tranquille.
Une sorte de cabinet fantôme.

La liberté n’est justement pas triviale !

 

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Une petite histoire

 

Edmond M. Berrang,
mein Schwiegersohn, hat mir diese Geschichte zum Geburtstag geschenkt. Hier kommt die französische Originalfassung.

 

Bonjour Hans!
Comme tu aimes raconter des histoires, je t’en raconte une pour ton anniversaire, une que j’ai rapporté d’Inde.

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Pandharpur est l’un des lieux de pèlerinage les plus sacrés du Maharashtra. Ce que Puri est au Bengale et à l’Orissa, ce que Chidambaram est à l’Inde du Sud, Pandharpur l’est au Maharashtra (Capitale: Bombay). C’est une petite ville sur les rives de la rivière Bhima et un site de culte de Krishna.

Le temple le plus célèbre est le temple Vithobha (Vitthoba est un nom de Krishna).
Et voici donc l’histoire de sa construction .

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Pundalik est un homme très simple, de raison disons très moyenne, c.a.d. muni d’un vocabulaire d’environ 400 mots, ne connaissant ni l’orthographe, ni le calcul, sauf les additions et soustractions.
Pundalik est un fervent dévot de Krishna, et de toute sa vie a servi assidument ses parents.

Son voeu le plus cher: rencontrer Dieu, voir Krishna.
Pour ce faire, il consulte le guru du village. Celui-ci réalise les limitations de Pundalik et lui dit:“ Ton chemin à toi ne sont ni les études, ni la connaissance, ni la prière, ni la dévotion, mais ton chemin est le Karma Yoga (Yoga des actions): le service. Sers tes parents assidument comme tu l’as fait par le passé. Dieu sera certainement attendri et exaucera un jour ton voeu“.
Pundalik est tout content de cette réponse, car il aime servir et il aime ses parents. Il sers donc ses parents avec encore plus de ferveur et d’attentions. Jour et nuit. Été comme hivers.
Krishna, voyant cet incessant dévouement fut ému et décida donc d’exaucer le voeu le plus cher de Pundalik et lui apparut, à sa demeure, dans toute sa splendeur.
Mais Pundalik était en train de décaper une casserole et ne lui prêta aucune attention.

Krishna, après un moment, toussota et parla:“ Pundalik, c’est moi, Krishna, ton Dieu. Je suis là pour combler ton désir le plus cher. Rends moi hommage, adore moi, c’est moi, ton Dieu“.
Mais Pundalik répondit: „ Oui oui, j’arrive de suite, mais je dois encore balayer la pièce“.

Krishna fut ému par tant de dévouement et attendit donc que Pundalik eut fini de balayer la pièce.
Ceci étant fini, Krista reparla:“ Pundalik, c’est moi, Krishna, ton Dieu. Rends moi maintenant hommage, adore moi, je suis la réalisation de ton voeu le plus cher“.
Et Pundalik répondit: „ Oui oui, j’arrive de suite, mais je dois encore ranger la chambre“.

Krishna fut certes ému par ce dévouement mais commença aussi à être quelque peu agaçé. Que Dieu dut attendre que Pundalik eut fini ses tâches est effectivement quelque peu irritant. Et pas vraiment digne d’un Dieu. Mais quoi, il ne lui resta rien d’autre à faire qu’attendre.

Ce travail étant enfin fini, Krishna reparla:“ Hallo, Pundalik, c’est moi, Krishna, ton Dieu et tu commences à lui courir sur le gnon. Alors, adore moi maintenant et tombe en prière et qu’on en finisse enfin avec cette absurde situation“.
Et Pundalik répondit: „ Oui oui, j’arrive de suite, mais je dois encore finir de laver le linge“.

Cette tâche étant terminée, Krishna reparla:“ Dis donc, Pundalik, tu commences sérieusement à me les gonfler, nom d’un homme. Je suis Dieu, ton voeu le plus cher et je suis là, devant toi. Alors arrête tes singeries et tombe enfin en adoration et basta“.

Et Pundalik répondit: „ Oui oui, j’arrive de suite. Il me faut encore repasser le linge. Tiens, voici une brique sur laquelle tu peux t’asseoir“.

 

Et la légende dit que Krishna est aujourd’hui toujours encore assis sur cette brique à attendre Pundalik…..

Le centre sacré du Temple est construit autour de cette brique.
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Bon anniversaire!

 

 

Nun folgt meine deutsche Übersetzung

 

Guten Tag Hans,
Du liebst es Geschichten zu erzählen. Ich möchte Dir zu Deinem Geburtstag eine erzählen, die ich aus Indien heimbrachte.
Diese Legende erzählt, wie der Bau des Vithoba-Tempels in Pandharpur entstand. Dem unterwürfigen Pundalik wird zugeschrieben, dass er die Gottheit Krishna nach Pandharpur gebracht hat.

Pundalik lebt in Pandharpur, eine Stadt im Bundesstaat Maharashtra im Westen Indiens. Pundalik hat denselben Vornamen wie der indische Dichter Narayan Nalk, ist aber im Gegensatz zu ihm ein einfaches Gemüt und von mässigem Verstande. Sein Wortschatz erreicht kaum 400 Wörter. Die Rechtschreibung ist ihm fremd. In Arithmetik beherrscht er nur das Zusammenzählen und Abzählen.
Pundalik ist ein hingebungsvoller Verehrer des Gottes Krishna, die hinduistische Form des Göttlichen. Sein ganzes Leben hat er seinen Eltern liebevoll gedient. Sein sehnlicher Wunsch wäre es, Gott zu begegnen. Krishna zu sehen! Er beschliesst den spirituellen Lehrer im Hinduismus, den Dorf Guru, um Rat zu fragen. Auf den ersten Blick erkennt dieser die geistigen Grenzen von Pundalik und sagt: «Dein Weg führt nicht über Studium, Wissen, Beten oder die Hingabe. Dein Weg ist Karma-Yoga. Das Yoga des selbstlosen Dienstes, des täglichen Handelns. Diene weiterhin Deine Eltern, sei fleissig, wie Du es in der Vergangenheit immer warst. So wird Gott zufrieden sein. Er wird eines Tages Deinen Wunsch erfüllen.»
Pundalik ist mit dieser Antwort sehr zufrieden. Er liebt es zu dienen. Er liebt seine Eltern. So dient er seinen Eltern mit noch mehr Eifer und Sorgfalt. Tag für Tag, im Sommer wie im Winter.

Als Krishna diese unaufhörliche Hingabe sah, war er gerührt. Er beschloss Pundaliks sehnlichster Wunsch zu erfüllen. In all seiner Pracht erschien er ihm in seinem Heim. Aber Pundalik war gerade dabei eine Pfanne sauber zu bürsten und beachtete die Gottheit nicht.
Nach einer Weile macht sich Krishna hüstelnd bemerkbar und sprach: «Pundalik ich bin’s, Krishna, Dein Gott. Ich bin hier, um Dein sehnlichster Wunsch zu erfüllen. Huldige mir. Bete mich an. Ich bin es, Dein Gott.»
Darauf Pundalik: «Ja ja, ich komm ja schon. Muss aber zuerst noch das Zimmer fegen.»

Krishna, gerührt von dieser Hingabe, wartete bis Pundalik den Raum fertig gereinigt hatte.
Als dem so war, erhob Krishna erneut das Wort: «Pundalik ich bin es wirklich. Ich Dein Gott. Ich bin die Erfüllung Deines sehnlichsten Wunsches. Verehre mich nun, bete mich an.»
Und Pundalik antwortete: « Ja ja ich komme gleich, muss aber zuerst noch das Zimmer aufräumen.»

Krishna war zwar gerührt von dieser Aufopferungsfähigkeit, konnte einen gewissen Ärger nicht unterdrücken. Für einen Gott ist es irritierend darauf zu warten bis Pundalik seine Aufgaben erledigt hatte. Das ist nicht wirklich eines Gottes würdig. Es blieb ihm so nichts anderes als zu warten.

Als die Arbeit endlich fertig war, setzte Krishna erneut zum Sprechen an: « Hallo Pundalik! Ich Krishna, Dein Gott ist hier. Langsam gehst Du mir auf die Nerven. Diese absurde Situation muss ein Ende nehmen. Bete mich jetzt an. Knie nieder im Gebet.»
«Ja, ja, ich bin gleich für Dich da. Aber ich muss noch die Wäsche waschen.»

Auch dieser Auftrag fand sein Ende. Eine Ungeduld in Krishnas Stimme war unüberhörbar. «Du bist daran mich ernsthaft zu nerven. Himmel, ich bin Dein Gott. Ich erfülle Deinen innigsten Wunsch. Jetzt stehe ich vor Dir. Hör auf mit Deinen Mätzchen. Auf die Knie und basta!»
Und Pundalik antwortete: « Ja, ja, sofort. Ich muss nur noch die Wäsche bügeln. Hier ist ein Ziegelstein, auf dem Du Dich setzen kannst.

Die Legende besagt, dass Krishna heute noch auf dem Ziegelstein sitzt, um auf Pundalik zu warten…

 

Der Vithoba-Tempel in Pandharpur, der Haupttempel in dem Krishna verehrt wird, wurde um diesen Ziegelstein herum gebaut.

 

 

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